Frankfurt Guide
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Sehenswürdigkeiten

Frankfurt Sehenswürdigkeiten: Die 15 Top-Highlights

Banken, Brücken, Botanik: Frankfurt ist viel mehr als Skyline. Diese 15 Höhepunkte sollten Sie kennen – mit Anfahrt, Preisen und dem ehrlichen Rat, was sich wirklich lohnt.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
16. Juni 2026 akt. 2. August 2026
Frankfurts Highlights: Römer und Skyline
Foto: Konpasu.de Blog / Pexels

Frankfurt gilt vielen als reine Bankenstadt – nüchtern, geschäftig, ohne Herz. Ich lebe hier und kann Ihnen versichern: Das stimmt einfach nicht. Zwischen den Türmen des Bankenviertels liegen ein mittelalterlicher Kaiserdom, eine der dichtesten Museumsmeilen Europas, ein botanischer Garten von Weltrang und Apfelweinkneipen, in denen die Zeit stehen geblieben ist. Das Beste daran: Der historische Kern ist klein. Vom Römer bis zum Mainufer, vom Dom bis zur Zeil kommen Sie überall zu Fuß hin, und für die weiter außen liegenden Ziele reichen wenige Stationen mit der U-Bahn. Hier sind meine 15 Höhepunkte – in einer Reihenfolge, die sich gut zu einem Rundgang verbinden lässt, und mit der ehrlichen Einschätzung, wo sich das Anstellen lohnt und wo der Trubel manchmal größer ist als der Genuss.

1. Römerberg und der Römer

Der Römerberg ist Frankfurts gute Stube und der logische Startpunkt. Die berühmte Häuserzeile mit den drei spitzen Treppengiebeln ist seit 1405 das Rathaus – benannt nach dem mittleren Haus „Zum Römer“. Innenhof und Treppenhaus dürfen Sie kostenlos betreten; im ersten Stock hängen im Kaisersaal die 52 Porträts der römisch-deutschen Kaiser von Karl dem Großen bis Franz II. In der Platzmitte plätschert der Gerechtigkeitsbrunnen mit der Justitia, ihr gegenüber steht die nach dem Krieg rekonstruierte Fachwerk-Ostzeile – das klassische Postkartenmotiv. Anreise: U4/U5 bis „Dom/Römer“. Wer die Geschichte hinter den Fassaden mag, folgt am besten meinem historischen Altstadtspaziergang. Mein Rat: früh morgens oder werktags kommen – mittags und am Wochenende quillt der Platz über.

2. Kaiserdom St. Bartholomäus

Nur wenige Schritte weiter erhebt sich der Dom aus rotem Mainsandstein mit seinem markanten, rund 95 Meter hohen Turmhelm – eine der wenigen gotischen Großkirchen, die den Krieg im Kern überstanden. Der Ort ist kein gewöhnliches Gotteshaus: Ab 1356 wählten hier die Kurfürsten die deutschen Könige, und zwischen 1562 und 1792 wurden im Dom zehn Kaiser gekrönt. Der Eintritt in die Kirche ist frei. Sind Sie trittsicher, lohnen sich die rund 328 Stufen auf den Turm – für wenige Euro (etwa 3 Euro, Stand 2026) bekommen Sie den schönsten Nahblick zugleich auf die Altstadtdächer und die Skyline dahinter. Das kleine Dommuseum im Kreuzgang zeigt liturgische Schätze und Krönungsgewänder.

3. Die neue Altstadt (DomRömer-Quartier)

Zwischen Römer und Dom liegt das jüngste Kapitel der Stadt: das 2018 eröffnete DomRömer-Quartier, errichtet auf dem historischen Grundriss der 1944 zerstörten Altstadt. 35 Häuser entstanden hier, davon 15 detailgetreue Rekonstruktionen wie das „Haus zum Goldenen Lämmchen“. Das Herz ist der Hühnermarkt mit dem Stoltze-Brunnen für den geliebten Mundartdichter Friedrich Stoltze. Autofreie Gassen, kleine Läden und Ateliers statt großer Ketten – anfangs heftig umstritten, heute ein wirklich lebendiges Viertel und ein reizvoller Kontrast zur Hochhauskulisse. Warum der Wiederaufbau so viele Emotionen weckte und welche Häuser Sie sich genauer ansehen sollten, lesen Sie in meinem Artikel zur neuen Altstadt.

4. Paulskirche

Ein paar Schritte weiter, am Paulsplatz, steht die klassizistische Rundkirche, in der 1848 die erste frei gewählte deutsche Nationalversammlung tagte – die „Wiege der deutschen Demokratie“. Der helle, bewusst schmucklose Rundsaal wird heute für Festakte und Gedenkveranstaltungen genutzt; der Eintritt ist frei. Es ist ein Ort ohne Prunk, der gerade deshalb wirkt: Wer hier steht, versteht, warum die Stadt so stolz auf dieses Kapitel ist. Für die kommenden Jahre ist eine umfassende Grundsanierung in Vorbereitung – schauen Sie vor dem Besuch kurz, ob geöffnet ist.

5. Main Tower – die Aussicht von oben

Wenn Sie nur einen Aussichtspunkt wählen, dann diesen. Der Main Tower an der Neuen Mainzer Straße ist eines der ganz wenigen Frankfurter Hochhäuser mit öffentlich zugänglicher Aussichtsplattform – und Sie stehen dort auf rund 200 Metern wirklich im Freien, mitten im Bankenviertel. Zwei Schnellaufzüge bringen Sie in weniger als einer Minute nach oben. Geöffnet ist täglich (Stand 2026): Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 21 Uhr, freitags und samstags bis 23 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene liegt bei rund 9 Euro; mit der Frankfurt Card sparen Sie 20 Prozent. Mein Rat: Gehen Sie kurz vor Sonnenuntergang hinauf, dann erleben Sie die Stadt im Tageslicht und im Lichtermeer zugleich. Welche kostenlosen und welche gehobenen Alternativen es gibt – von Rooftop-Bars bis zur Aussicht ohne Ticket –, habe ich im Skyline-Guide zusammengestellt.

6. Der Eiserne Steg und die Skyline

Frankfurt ist die einzige deutsche Stadt mit einer echten Wolkenkratzer-Silhouette – nicht umsonst nennen wir sie liebevoll „Mainhattan“. Das ikonische Bild bekommen Sie aber nicht von oben, sondern vom Wasser: vom Eisernen Steg, der 1869 erstmals eröffneten Fußgängerbrücke zwischen Altstadt und Sachsenhausen. In den Stahlbogen ist ein Homer-Zitat auf Griechisch eingelassen, an den Geländern hängen tausende Liebesschlösser. Stellen Sie sich in die Mitte der Brücke, blicken Sie flussaufwärts nach Norden – und Sie haben genau das Frankfurt vor sich, das jeder im Kopf hat. Von hier sind es nur wenige Minuten hinüber ans Museumsufer.

7. Museumsufer und Städel Museum

Das Sachsenhäuser Mainufer, der Schaumainkai, reiht auf wenigen hundert Metern rund ein Dutzend Museen aneinander – eine der dichtesten Museumsmeilen Europas. Herzstück ist das Städel Museum (Schaumainkai 63), 1815 als bürgerliche Stiftung von Johann Friedrich Städel gegründet und damit eines der ältesten Kunstmuseen seiner Art in Deutschland. 700 Jahre europäische Kunst hängen hier: Botticelli und Dürer, Vermeers „Der Geograph“, Tischbeins berühmtes „Goethe in der Campagna“, dazu eine starke Sammlung von Beckmann bis zur Gegenwartskunst in den unterirdischen Gartenhallen. Preise (Stand 2026): Erwachsene 19 Euro, ermäßigt 17 Euro, Kinder unter 12 frei; dienstags von 15 bis 18 Uhr kostet der Eintritt nur 10 Euro. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr, montags geschlossen. Ausführlich zu Sammlung, Highlights und Tickets: mein Städel-Guide und der Überblick über das gesamte Museumsufer. Kommen Sie unter der Woche und buchen Sie ein Online-Zeitfenster, dann sparen Sie sich die Schlange.

8. Palmengarten

Der Palmengarten im vornehmen Westend ist mit rund 22 Hektar der größte botanische Garten seiner Art in Deutschland und begeistert Besucher bereits seit 1871. Vom historischen Palmenhaus von 1869 über das Tropicarium mit seinen Klimazonen bis zu weitläufigen Freiflächen mit Weiher und Rosengarten reicht die Vielfalt; im Sommer finden regelmäßig Konzerte statt, im Winter locken die illuminierten „Winterlichter“. Der Eintritt liegt für Erwachsene bei 9 Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre kommen frei hinein (Stand 2026). Anreise: U6/U7 bis „Westend“. Planen Sie ruhig einen halben Tag ein – alle Details, Preise und meinen persönlichen Rundgang finden Sie im Palmengarten-Guide.

9. Zoo Frankfurt

Mitten in der Stadt, im Ostend, liegt einer der ältesten Zoos Deutschlands, gegründet 1858. Er ist kompakt, aber wissenschaftlich hoch angesehen – berühmt sind das Grzimek-Haus für nachtaktive Tiere, das Exotarium mit Aquarium und Terrarien sowie der Borgori-Wald für Menschenaffen. Mit der U-Bahn (U6/U7, Station „Zoo“) stehen Sie direkt vor dem Eingang an der Bernhard-Grzimek-Allee. Ein verlässlicher Tipp für Regentage und für Familien; welche Häuser sich mit kleinen Kindern besonders lohnen, steht im Zoo-Guide.

10. Senckenberg Naturmuseum

Eines der größten Naturkundemuseen Deutschlands und ein Traum für Familien: Im Senckenberg an der Senckenberganlage, unweit der Bockenheimer Warte und der Universität, empfangen Sie riesige Dinosaurierskelette gleich in der Eingangshalle – darunter ein mächtiger Diplodocus. Geöffnet ist montags und dienstags von 9 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr, donnerstags und freitags wieder bis 17 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 18 Uhr (Stand 2026). Der lange Mittwochabend ist ein echter Geheimtipp, wenn Sie tagsüber keine Zeit haben. Mehr zu Ausstellung, Preisen und Anfahrt im Senckenberg-Guide.

11. Alte Oper

Am Opernplatz steht die prachtvolle Alte Oper, 1880 eröffnet, 1944 ausgebrannt und erst 1981 nach langem Streit wiedereröffnet. Wichtig zu wissen: Sie ist heute ein Konzert- und Kongresshaus, kein Opernbetrieb – gespielt wird die Oper an der Oper Frankfurt am Willy-Brandt-Platz. Schon die Fassade mit der Inschrift „Dem Wahren, Schönen, Guten“ lohnt den Halt, und der Brunnen davor ist im Sommer ein beliebter Treffpunkt. Von hier führt die noble Fressgass’ geradewegs zur Hauptwache und zur Zeil.

12. Goethe-Haus

Frankfurt ist die Geburtsstadt Johann Wolfgang von Goethes, geboren 1749 im Goethe-Haus am Großen Hirschgraben. Das im Krieg zerstörte und danach originalgetreu wiederaufgebaute Patrizierhaus zeigt über mehrere Etagen, wie eine wohlhabende Bürgerfamilie im 18. Jahrhundert lebte – mit der berühmten astronomischen Uhr im Treppenhaus und dem Zimmer, in dem der junge Goethe „Götz von Berlichingen“ und den „Werther“ schrieb. Nebenan ergänzt das Frankfurter Goethe-Museum die Sammlung. Für Literaturfreunde ein Muss, für alle anderen ein anschaulicher Blick in die Goethezeit – Öffnungszeiten und Tickets im Goethe-Haus-Guide.

13. Kleinmarkthalle

Für mich das kulinarische Herz der Stadt. In der Markthalle an der Hasengasse, nahe der Konstablerwache, kaufen die Frankfurter ihr Essen fürs Wochenende: frischer Fisch, Fleisch, Obst, Käse, Oliven und Gewürze an rund 150 Ständen. Oben auf der Weinterrasse trinkt man am späten Nachmittag ein Glas – Wein wie Apfelwein. Probieren Sie eine heiße Wurst direkt am Stand oder kaufen Sie die frischen Kräuter für die „Grüne Soße“. Ein einfaches Mittagessen kostet hier rund 10 Euro. Geöffnet Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr und samstags bis 16 Uhr; sonntags geschlossen. Authentischer essen Sie in der Innenstadt nirgends.

14. Sachsenhausen und der Äppelwoi

Auf der anderen Mainseite liegt Alt-Sachsenhausen, das Herz der Frankfurter Apfelweinkultur. In den traditionellen Wirtschaften wird der „Äppelwoi“ im Bembel, dem grau-blauen Steingutkrug, serviert und aus dem gerippten Glas („Geripptes“) getrunken – dazu Handkäs mit Musik oder Grüne Soße mit Ei und Kartoffeln. Verlässliche Adressen sind etwa der Apfelwein Wagner in der Schweizer Straße oder das Fichtekränzi in den Gassen. Ja, es ist touristisch – aber wer die richtige Kneipe abseits der lautesten Ecken findet, erlebt echtes Frankfurter Lebensgefühl. Was das Nationalgetränk ausmacht und welche Lokale sich lohnen, lesen Sie im Sachsenhausen-Guide und im Porträt des Frankfurter Apfelweins.

15. Die Zeil – Einkaufen und MyZeil

Die Zeil zwischen Hauptwache und Konstablerwache ist Frankfurts große Einkaufsmeile und eine der umsatzstärksten Deutschlands. Architektonisches Highlight ist das Einkaufszentrum MyZeil mit seiner spektakulären, trichterförmigen Glasfassade des Architekten Massimiliano Fuksas – ein Blick hinein lohnt auch ohne Kaufabsicht. Wer mehr Auswahl und Ruhe sucht, findet sie im Skyline Plaza am Europaviertel. Meine Tipps zu den besten Adressen, Passagen und Aussichtsplätzen habe ich im Shopping-Guide gebündelt.

Wie Sie die Highlights zu einer Route verbinden

Das Schöne an Frankfurt ist die kurze Distanz. Wenn ich Freunden zeige, wie man an einem Tag viel erlebt, ohne zu hetzen, sieht das so aus: Start am Römerberg (1) mit Dom (2), neuer Altstadt (3) und Paulskirche (4) – alles fußläufig. Danach hinunter zum Main, über den Eisernen Steg (6) und am Museumsufer (7) entlang; wer Zeit hat, geht ins Städel. Zurück am Nordufer bringt Sie ein kurzer Spaziergang zum Main Tower (5) für den Blick von oben, dann weiter über die Alte Oper (11) und die Fressgass’ zur Zeil (15). Den Abend beschließen Sie mit dem Bembel in Sachsenhausen (14). Palmengarten (8), Zoo (9) und Senckenberg (10) liegen etwas außerhalb – die heben Sie sich am besten für einen zweiten Tag oder für Regenwetter auf. Wer nur wenige Stunden hat, findet in meinem Vorschlag für Frankfurt an einem Tag einen fertigen, getesteten Rundgang.

Ein paar praktische Hinweise noch: Zwischen Römer und Zeil kommen Sie überall zu Fuß hin, für Palmengarten und Zoo nutzen Sie U- und S-Bahn – das Netz ist dicht und zuverlässig. Wer mehrere kostenpflichtige Ziele plant, fährt mit der Frankfurt Card oft günstiger, denn sie kombiniert freie Fahrt im Nahverkehr mit Rabatten auf viele Eintritte. Für Regentage eignen sich Museen, Senckenberg und die Zoohäuser; sonnige Tage gehören der Skyline, dem Mainufer und dem Palmengarten. Und weil sich Preise und Öffnungszeiten ändern, werfen Sie gerade vor Feiertagen kurz einen Blick auf die jeweilige offizielle Seite.

Frankfurt belohnt jeden, der genauer hinschaut. Kaum eine andere deutsche Stadt vereint auf so engem Raum mittelalterliche Geschichte, eine Skyline ohne Vergleich, erstklassige Museen und eine so bodenständige Genusskultur. Beginnen Sie am Römer, lassen Sie sich zwischen den Türmen treiben, gönnen Sie sich den Blick vom Main Tower und enden Sie bei einem Schoppen Äppelwoi in Sachsenhausen – dann haben Sie das echte Frankfurt gesehen, jenseits aller Klischees. Und wenn Sie im Advent kommen, verwandelt sich der Römerberg noch einmal völlig; wie der Weihnachtsmarkt dann aussieht, lesen Sie im Weihnachtsmarkt-Guide.

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