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Sehenswürdigkeiten

Zoo Frankfurt: Tickets, Tiere & Besuchstipps

Gegründet 1858, geprägt von Bernhard Grzimek: Was der Zoo Frankfurt mitten im Ostend kostet, wann er geöffnet hat und welche Tierhäuser Sie wirklich nicht verpassen sollten.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
16. Juni 2026 akt. 2. August 2026
Elefantenkuh mit Jungtier im Zoo Frankfurt
Foto: Emilio Sánchez Hernández / Pexels

Es gibt Zoos, die mit Superlativen werben – der größte, der neueste, der mit den meisten Arten. Der Zoo Frankfurt gehört nicht dazu, und genau das ist seine Stärke. Auf vergleichsweise kompakter Fläche mitten im Ostend hat sich über mehr als anderthalb Jahrhunderte ein Tiergarten entwickelt, der lieber in die Tiefe geht als in die Breite: durchdachte Tierhäuser statt endloser Wege, seltene Arten statt Masse. Ich komme seit Jahren regelmäßig her – mit Besuch aus dem Ausland ebenso wie an einem grauen Novembernachmittag ganz für mich allein – und entdecke fast jedes Mal in einem der alten Häuser etwas, das ich vorher übersehen habe. Auf den nächsten Zeilen lesen Sie, was diesen Zoo ausmacht, was der Eintritt kostet und wie Sie Ihren Besuch am klügsten planen.

Ein Zoo mit Geschichte – von 1858 bis Grzimek

Der Zoo Frankfurt wurde 1858 gegründet und ist damit nach dem Berliner Zoo der zweitälteste Tiergarten Deutschlands. Eröffnet wurde er am 8. August 1858, zunächst im Westen der Stadt; 1874 zog er an seinen heutigen Standort an der Pfingstweide im Ostend um, und seit 1915 gehört er der Stadt Frankfurt. Diese lange Geschichte spürt man beim Rundgang: Zwischen modernen Anlagen stehen Bauten aus mehreren Epochen dicht beieinander, weil hier über Generationen immer weitergebaut wurde.

Kein Name ist mit dem Zoo so verbunden wie der von Bernhard Grzimek. Als er nach dem Zweiten Weltkrieg die Leitung übernahm, war der Zoo durch die Bombenangriffe von 1943 und 1944 fast vollständig zerstört. Grzimek baute ihn nicht nur wieder auf, er machte ihn weltberühmt – mit seiner Fernsehsendung „Ein Platz für Tiere“ und dem Oscar-prämierten Film „Serengeti darf nicht sterben“. Fast drei Jahrzehnte lang, bis 1974, prägte er das Haus, gründete 1960 die erste Zooschule Deutschlands und verankerte den Artenschutz fest im Selbstverständnis des Zoos. Dass die Allee zum Eingang heute Bernhard-Grzimek-Allee heißt, ist mehr als eine Ehrung – es erklärt, warum dieser Zoo bis heute so viel Wert auf Bildung und den Erhalt bedrohter Arten legt.

Die Tierhäuser, die den Unterschied machen

Wer den Zoo Frankfurt nur bei Sonnenschein durch die Freianlagen läuft, verpasst das Beste. Die eigentlichen Schätze stecken in den Häusern – und die sind auch bei Regen ein guter Grund, überhaupt herzukommen.

Grzimek-Haus: die Nacht bei Tag

Das nach dem großen Direktor benannte Grzimek-Haus ist eines der größten Häuser für nachtaktive Tiere in Europa. Der Trick dahinter ist eine umgekehrte Tag-Nacht-Beleuchtung: Während es draußen hell ist, herrscht drinnen gedämpftes „Nachtlicht“, sodass Sie Tiere in voller Aktion erleben, die sonst nur schlafen würden. Nach ein, zwei Minuten haben sich die Augen umgestellt, und plötzlich huschen Fledermäuse durch die Luft, während Sakis und Löwenäffchen durch das Geäst turnen. Für mich ist es das faszinierendste Haus des ganzen Zoos – und an trüben Tagen mein liebster Rückzugsort.

Exotarium: zwei Etagen, zwei Welten

Das Exotarium vereint Aquarien und Terrarien unter einem Dach. Im Erdgeschoss geht es um das Leben im Wasser – Fische, Schildkröten, Seesterne und ganze Meeresbecken; im Obergeschoss übernehmen Reptilien, Amphibien und Insekten. Besonders reizvoll finde ich die kleinen „Kinderstuben“-Becken, in denen der jüngste Nachwuchs gezeigt wird, weshalb sich hier ständig etwas ändert. Nehmen Sie sich Zeit, bleiben Sie vor den Terrarien stehen und suchen Sie die getarnten Bewohner – oft entdeckt man erst nach einer Weile, dass sich hinter dem Ast tatsächlich ein Tier verbirgt.

Borgori-Wald: ganz nah bei den Menschenaffen

Der Borgori-Wald ist die Menschenaffen-Anlage des Zoos und mit rund 10.000 Quadratmetern eines seiner größten Häuser. Schon der Name ist ein kleines Rätsel mit Auflösung: Er setzt sich aus Bonobo, Orang-Utan und Gorilla zusammen – genau diese drei Menschenaffenarten leben hier. Von außen ist der Bau der Form eines Philodendron-Blattes nachempfunden, innen sorgen dichte Bepflanzung, ein Wasserfall und tropisches Klima dafür, dass man sich eher wie in einem Dschungel als in einem Tierhaus fühlt. Nur eine Glasscheibe trennt Sie stellenweise von den Gorillas – eine Nähe, die immer wieder für stille Momente sorgt. Planen Sie hier ruhig etwas mehr Zeit ein; bei den Affen wird belohnt, wer stehen bleibt.

Katzendschungel: Löwen und Tiger

Im Katzendschungel leben die großen Raubkatzen – Löwen und Tiger – in naturnah gestalteten Anlagen mit Innen- und Außenbereichen. Das Kluge an der Gestaltung: Die Gehege sind so angelegt, dass sich die Tiere zurückziehen und einander (und uns Besuchern) auch einmal ausweichen können. Das ist gut für die Katzen und ehrlich gegenüber den Gästen – manchmal döst eben ein Tiger versteckt im Grün. Wer Geduld mitbringt oder zur Fütterungszeit kommt, erlebt sie dafür umso lebendiger.

Ukumari-Land: die Anden mitten in Frankfurt

Eine der jüngsten Neugestaltungen des Zoos ist das Ukumari-Land, eine der Anden nachempfundene Landschaft, deren Name auf das indigene Wort für den Brillenbären zurückgeht. Hier leben Brillenbären – die einzige Bärenart Südamerikas – gemeinsam mit Brüllaffen. Über 1.600 Quadratmeter Außenfläche wurden mit mehr als 90 Bäumen und Sträuchern sowie viel Naturmaterial abwechslungsreich gestaltet, dazu kam ein neues Eingangsgebäude mit Shop. Die Idee dahinter gefällt mir: Statt die Tiere auf dem Präsentierteller zu zeigen, muss man sie hier ein wenig suchen – und wird mit natürlichem Verhalten belohnt, wenn ein Bär gemächlich über die Felsen klettert.

Und wer sonst noch: Robben, Okapis und Pinguine

Neben den großen Häusern lohnen sich mehrere Freianlagen. An den Robbenklippen tummeln sich Seehunde und Südafrikanische Seebären in einem felsigen Becken – die Fütterungen gehören zu den beliebtesten Momenten des Tages. Gleich nebenan watscheln die Humboldt-Pinguine. Ein echter Geheimtipp sind die Okapis: Die scheuen Verwandten der Giraffe aus den Regenwäldern des Kongo sind in Zoos selten zu sehen, und Frankfurt hat mit ihrer Haltung und Zucht einen besonderen Ruf. Dazu kommen Giraffen, Grévyzebras und die Faust-Vogelhallen, durch die man mitten hindurchgeht, während Vögel aus aller Welt umherfliegen. So kompakt der Zoo ist – langweilig wird der Rundgang nie.

Was der Eintritt kostet – und wie Sie sparen

Für das Gebotene sind die Preise fair (Stand 2026):

  • Erwachsene: 12,00 Euro (13,00 Euro mit dem freiwilligen Artenschutz-Euro)
  • Ermäßigt (u. a. Kinder und Jugendliche 6–17 Jahre, Studierende, Schwerbehinderte): 6,00 Euro
  • Kinder unter 6 Jahren: frei
  • Familientageskarte (max. 2 Erwachsene und 1–4 Kinder von 6–17 Jahren): 29,00 Euro
  • Jahreskarte Erwachsene: 60,00 Euro, ermäßigt 25,00 Euro, Familie 90,00 Euro

Dass Kinder unter sechs Jahren frei hineinkommen und die Familientageskarte gedeckelt ist, entlastet den Familienausflug spürbar. Wer öfter kommt, fährt mit der Jahreskarte günstig – und ein besonders schöner Kniff für Naturfans ist der Naturpass: Diese Kombikarte gilt zugleich für den Zoo, den Palmengarten und das Senckenberg-Naturmuseum und kostet für Erwachsene 110,00 Euro. Für Inhaberinnen und Inhaber des Frankfurt-Passes gelten zudem vergünstigte Konditionen. Tickets bekommen Sie an der Kasse oder vorab online – Letzteres erspart an vollen Tagen das Anstehen.

Öffnungszeiten und die beste Tageszeit

Der Zoo hat an 365 Tagen im Jahr geöffnet – das unterscheidet ihn von vielen anderen Frankfurter Zielen. Die Zeiten wechseln mit der Saison (Stand 2026):

  • Sommer (29. März bis 24. Oktober 2026): täglich 9 bis 19 Uhr
  • Winter (25. Oktober 2026 bis 28. März 2027): täglich 9 bis 17 Uhr

Ein wichtiges Detail: Die Tierhäuser schließen 30 Minuten vor dem Zoo, ebenso die Kassen. Wenn Sie also am späten Nachmittag anreisen und unbedingt noch ins Exotarium oder Grzimek-Haus wollen, planen Sie das ein und heben Sie sich die Innenhäuser nicht für ganz zum Schluss auf. Meine Empfehlung: Kommen Sie vormittags. Dann sind viele Tiere aktiver, die Fütterungen liegen noch vor Ihnen, und es ist deutlich ruhiger als am sonnigen Nachmittag. Da sich Zeiten an einzelnen Terminen verschieben können, lohnt vor der Anreise ein kurzer Blick auf zoo-frankfurt.de.

Mit Kindern im Zoo

Für Familien ist der Zoo ein Klassiker, und die kompakte Größe ist dabei ein echter Vorteil: Auch kürzere Kinderbeine schaffen die Wege gut, ohne dass die Stimmung kippt. Es gibt einen Spielplatz, einen Streichelzoo mit Zwergziegen, genug Bänke für Pausen und gastronomische Angebote unterwegs. Der größte Pluspunkt im oft launischen Frankfurter Wetter aber sind die überdachten Häuser: Zieht draußen ein Schauer auf, verlegen Sie den Besuch einfach ins Grzimek-Haus oder Exotarium. Wenn Sie ohnehin mit Kindern unterwegs sind, finden Sie in meinem Beitrag zu Ausflügen mit Kindern rund um Frankfurt weitere Ideen; und für die grauen Tage habe ich die besten Anlaufstellen bei Frankfurt bei Regen mit Kindern zusammengetragen.

So kommen Sie hin

Der Zoo liegt in der Bernhard-Grzimek-Allee 1, 60316 Frankfurt am Main. Am bequemsten reisen Sie mit der U-Bahn an: Die Linien U6 und U7 halten direkt an der Station „Zoo“, von der es nur wenige Schritte bis zum Eingang sind; ergänzend fährt die Straßenbahnlinie 14 dorthin. Mit dem Auto ist es umständlicher – im dicht bebauten Ostend ist das Parken mühsam, zwar gibt es Parkhäuser in der Umgebung, doch die U-Bahn erspart Ihnen die Suche und bringt Sie in wenigen Minuten aus dem Zentrum her. Ich rate klar zur Bahn.

Mein Rundgang für einen halben Tag

Wenn mich Freunde fragen, wie sie einen halben Tag hier am besten verbringen, empfehle ich diese Reihenfolge: Beginnen Sie gleich nach der Öffnung mit dem Borgori-Wald, solange die Menschenaffen noch munter sind und die ersten Besuchergruppen sich verteilen. Weiter geht es zum Katzendschungel und ins Ukumari-Land zu den Brillenbären. Danach ein Abstecher zu den Robbenklippen – idealerweise passend zu einer Fütterung – und ein Blick auf die Okapis. Die Innenhäuser Exotarium und Grzimek-Haus heben Sie sich für die Mittagszeit auf, wenn draußen die meisten Leute unterwegs sind; drinnen ist es dann angenehm ruhig. Für einen entspannten Rundgang sollten Sie zwei bis drei Stunden einplanen, mit Kindern gern mehr.

Der Zoo Frankfurt beweist, dass ein Tiergarten nicht riesig sein muss, um zu berühren. Seine zentrale Lage, die kurze Anfahrt und vor allem die durchdachten Häuser aus mehreren Epochen machen ihn zu einem Ort, an dem sich Geschichte, Artenschutz und ein schöner Familientag mühelos verbinden. Kommen Sie vormittags, nehmen Sie sich Zeit für die Häuser – und Sie werden verstehen, warum die Frankfurter ihren Zoo seit über 160 Jahren so schätzen.

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