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Sehenswürdigkeiten

Historisches Museum Frankfurt: Tickets, Öffnungszeiten & Highlights

Zwischen Römerberg und Main erzählt das Historische Museum 900 Jahre Stadtgeschichte – mit einem Altstadtmodell, das Sie so schnell nicht vergessen.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
20. Juni 2026
Der Römerberg in Frankfurt, neben dem das Historische Museum liegt

Direkt am Römerberg, wo die Frankfurter Altstadt an den Main stößt, steht das Historische Museum Frankfurt (HMF) – für mich eines der unterschätztesten Museen der Stadt. Wer verstehen möchte, wie aus einer mittelalterlichen Krönungs- und Handelsstadt die heutige Bankenmetropole wurde, ist hier genau richtig. Und keine Sorge: Das ist kein staubiges Heimatmuseum, sondern ein modernes Haus mit klugen, oft überraschenden Inszenierungen. Ich zeige Ihnen, was Sie erwartet, welche Objekte Sie nicht verpassen sollten und wie Sie den Besuch clever planen.

Ein Museum aus alt und neu

Das HMF ist kein einzelnes Gebäude, sondern ein ganzes Ensemble aus mehreren Häusern rund um einen Innenhof. Der historische Kern liegt im Saalhof, dem ältesten erhaltenen Gebäude Frankfurts, dessen Ursprünge bis in die Stauferzeit im 12. Jahrhundert zurückreichen. Über die Jahrhunderte kamen weitere Bauten hinzu, darunter der markante Rententurm am Mainufer. Das Museum bezog den Saalhof 1955; nach einer umfassenden Sanierung wurde der Altbau 2012 wiedereröffnet.

Der große Sprung kam 2017: Am 7. Oktober eröffnete der moderne Neubau (das Ausstellungshaus), dessen gezackte Dachlandschaft die Silhouette der alten Altstadthäuser aufnimmt. Diese Mischung aus staufischer Bausubstanz und zeitgenössischer Architektur macht schon von außen Lust auf einen Besuch – und im Inneren verteilen sich die Ausstellungen über mehrere Häuser und Ebenen. Nehmen Sie sich Zeit, das Areal ist größer, als es von der Straße wirkt.

Das Altstadtmodell der Brüder Treuner

Der heimliche Star des Museums ist das große Altstadtmodell der Brüder Treuner: eine minutiös gefertigte Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt, wie sie vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg aussah. Die Brüder Hermann und Robert Treuner arbeiteten über Jahrzehnte an diesem Modell, das jedes Fachwerkhaus, jede Gasse und jeden Platz im Maßstab festhält. Man kann sich kaum sattsehen an dem dichten Gewirr aus Giebeln und Höfen.

Wer zuvor durch die heutige Neue Altstadt spaziert ist, versteht hier erst richtig, was im März 1944 verloren ging und was Jahrzehnte später rekonstruiert wurde. Das Modell ist damit mehr als ein hübsches Schaustück – es ist ein Stück Erinnerungskultur und für viele Besucher der bewegendste Moment des ganzen Rundgangs.

Weitere Highlights der Sammlung

Das HMF besitzt bedeutende kunst- und kulturgeschichtliche Objekte, die weit über die reine Stadtgeschichte hinausweisen. Zu den Höhepunkten zählen:

  • Der Annenaltar (um 1500) vom Meister von Frankfurt, ein Glanzstück spätgotischer Malerei.
  • Der Heller-Altar (1508) nach Albrecht Dürer – ein Werk von europäischem Rang.
  • Alfred Rethels monumentales Gemälde „Die Versöhnung Kaiser Ottos I.” (1840).
  • Der Erdglobus von Johannes Schöner (um 1515), ein frühes Zeugnis des Weltbilds der Renaissance.

Rund um diese Schätze erzählt die Dauerausstellung „Frankfurt Einst?” die Stadtgeschichte thematisch statt streng chronologisch – von Geld, Handel und Bürgerstolz über die Krönungen der römisch-deutschen Kaiser bis zu den Brüchen des 20. Jahrhunderts. Ergänzt wird sie durch „Frankfurt Jetzt!”, das die Gegenwart der Stadt und ihrer Bewohner in den Blick nimmt.

Ein echter Publikumsliebling ist außerdem die begehbare Schneekugel im Innenhof: eine überdimensionale Installation, in der sich Miniaturmotive der Stadt zu einem spielerischen, augenzwinkernden Frankfurt-Bild fügen.

Das Junge Museum

Im selben Haus befindet sich das Junge Museum, eines der ältesten Kindermuseen Deutschlands. Hier wird Geschichte für Kinder und Familien greifbar gemacht – zum Anfassen, Ausprobieren und Mitmachen. Wenn Sie mit Nachwuchs unterwegs sind, ist das der ideale Startpunkt, denn die Ausstellungen sind auf Augenhöhe der jüngeren Besucher konzipiert.

Öffnungszeiten (Stand 2026)

  • Dienstag bis Sonntag: 11 bis 18 Uhr
  • Donnerstag: im Neubau bis 21 Uhr (verlängert)
  • Montag: geschlossen

An manchen Feiertagen wie Ostermontag oder Pfingstmontag ist ebenfalls von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Prüfen Sie die aktuellen Zeiten kurz vor dem Besuch, besonders rund um die Feiertage, da es zu Abweichungen kommen kann.

Eintrittspreise (Stand 2026)

Die Preise sind gestaffelt, je nachdem, was Sie sehen möchten:

  • Dauerausstellungen (HMF + Junges Museum): 8 Euro, ermäßigt 4 Euro
  • Sonderausstellung (HMF): 10 Euro, ermäßigt 5 Euro
  • 1-Tagesticket für alle Ausstellungen: 12 Euro, ermäßigt 6 Euro

Besonders erfreulich für Familien: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Tickets bekommen Sie an den Kassen des Museums oder bequem vorab im Online-Shop. An vollen Tagen und bei beliebten Sonderausstellungen erspart Ihnen das Online-Ticket das Anstehen. Die Preise können sich ändern – prüfen Sie sie im Zweifel aktuell auf der offiziellen Website.

Anfahrt

Das Museum liegt am Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main, direkt am Mainufer neben dem Römerberg. Am bequemsten kommen Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Die U-Bahn-Station Römer (U4/U5) sowie mehrere Straßenbahn- und Bushaltestellen rund um die Altstadt liegen nur wenige Gehminuten entfernt. Auch der Hauptbahnhof ist mit der U-Bahn schnell erreicht. Mit dem Auto ist das Parken in der Altstadt teuer und knapp – ich rate klar zu Bahn oder Tram. Wer dennoch fährt, nutzt am besten eines der Parkhäuser rund um den Römer.

Praktische Tipps für den Besuch

  • Mit der Neuen Altstadt kombinieren: Das Museum liegt unmittelbar neben dem Dom-Römer-Areal – perfekt für einen halben Tag Altstadt mit Kaiserdom, Römerberg und Museum.
  • Donnerstagabend nutzen: Die verlängerten Öffnungszeiten im Neubau sind ideal, wenn Sie den Tag über in der Stadt unterwegs waren.
  • Familien sparen: Junges Museum und freier Eintritt für unter 18-Jährige machen das HMF zu einem der günstigsten Familienziele Frankfurts.
  • Zeit einplanen: Für Altstadtmodell, Dauerausstellung und eine Sonderausstellung sollten Sie zwei bis drei Stunden einrechnen.
  • Ausblick genießen: Vom Museum und der Terrasse am Rententurm haben Sie einen schönen Blick auf den Main und die gegenüberliegende Museumsuferzeile.
  • Café und Shop: Für eine Pause lohnt das Museumscafé, und der Shop hält kluge Mitbringsel und Bücher zur Stadtgeschichte bereit.

Lohnt sich der Besuch?

Ganz klar: ja. Das Historische Museum Frankfurt ist mehr als ein Pflichttermin für Geschichtsinteressierte – es ist der Schlüssel zum Verständnis der ganzen Stadt. Das Altstadtmodell der Brüder Treuner allein lohnt den Weg, und rundherum entfaltet sich eine lebendig erzählte Geschichte von Handel, Krönungen, Bürgerstolz und Wandel. Gerade weil es direkt neben Römerberg, Dom und Neuer Altstadt liegt, lässt es sich mühelos in einen Altstadt-Tag einbauen.

Mein Rat: Verbinden Sie den Besuch mit einem Spaziergang durch die Neue Altstadt nebenan, kommen Sie nach Möglichkeit am langen Donnerstag und prüfen Sie vorab Preise und Öffnungszeiten. Dann wird aus dem Museumsbesuch ein rundes, echtes Frankfurt-Erlebnis, das Ihnen die Stadt von ihrer geschichtsträchtigen Seite zeigt.

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