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Sehenswürdigkeiten

Museen für Kinder in Frankfurt: Die besten für Familien

Dinosaurierskelette, 200 Experimentierstationen und Geschichte zum Anfassen: Fünf Frankfurter Museen, die Kinder wirklich begeistern – mit aktuellen Preisen, Adressen und meinem Rat, welches Haus zu welchem Kind passt.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
29. Juni 2026 akt. 2. August 2026
Kinder entdecken interaktiv ein Museum in Frankfurt

Frankfurt gilt vielen als reine Bankenstadt. Wer aber mit Kindern anreist, entdeckt zwischen den Hochhäusern eine der dichtesten Museumslandschaften Europas – und darunter erstaunlich viele Häuser, die nicht auf „Bitte nicht anfassen“ setzen, sondern aufs Kurbeln, Drücken und Selbermachen. Ich bin in Frankfurt aufgewachsen und war als Kind in fast jedem dieser Museen; heute gehe ich mit meinem Patenkind wieder hin und stelle immer wieder fest, wie gut viele von ihnen gealtert sind. Die folgenden Häuser sind meine ehrlichen Empfehlungen – mit den Eintrittspreisen und Adressen, die im Sommer 2026 gelten, und mit dem, was jedes für Kinder wirklich lohnenswert macht.

Senckenberg Naturmuseum: die Dinosaurier, die alle sehen wollen

Kein Frankfurter Museum steht bei Kindern so zuverlässig ganz oben wie das Senckenberg – und der Grund wartet gleich in den ersten Sälen: Dinosaurierskelette in Originalgröße. Der Star ist ein rund 18 Meter langer Diplodocus, das erste große Dinosaurierskelett, das das Haus schon 1907 zeigte. Dazu kommen ein Tyrannosaurus rex, ein Triceratops (mit zwei echten Schädeln der Art Triceratops horridus) und der kammtragende Parasaurolophus. Mein persönlicher Favorit ist die „Dino-Mumie“, ein Entenschnabelsaurier, bei dem sich sogar Abdrücke der Haut erhalten haben. Weiter geht es zu den weltberühmten Fossilien aus der Grube Messel – winzige Urpferdchen wie Eurohippus –, zu Meeresreptilien und einem Archaeopteryx. Für neugierige Hände gibt es die Aha?!-Forschungswerkstatt, in der Kinder selbst mikroskopieren und forschen dürfen (an den meisten Tagen ab 10 Uhr, dienstags und donnerstags erst ab 13 Uhr).

Das Haus liegt in der Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt, im Uni-Viertel Bockenheim, wenige Minuten von der Bockenheimer Warte (U4/U6/U7). Eintritt (Stand 2026): Erwachsene 12 Euro, Kinder von 6 bis 17 Jahren 6 Euro, unter 6 Jahren frei, Familienticket (zwei Erwachsene, bis zu drei Kinder) 30 Euro. Wer flexibel ist, kommt mittwochs: Dann ist bis 20 Uhr geöffnet, und ab 17 Uhr kostet das Erwachsenenticket nur 6 Euro. Ansonsten öffnet das Museum montags bis freitags 9–17 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen 9–18 Uhr. Ein Hinweis für Familien mit Kinderwagen: Der Aufzug wird bis in den frühen September 2026 saniert – wenn Sie darauf angewiesen sind, fragen Sie vorab kurz nach. Wie Sie den Besuch nach Alter am besten planen, habe ich ausführlich im eigenen Senckenberg-Artikel beschrieben.

Experiminta: 200 Stationen zum Ausprobieren

Wenn mein Patenkind entscheiden darf, landen wir im Experiminta. Das Mitmach-Center an der Hamburger Allee dreht sich komplett ums Selbermachen: Auf vier Etagen warten rund 200 Experimentierstationen aus Mathematik, Naturwissenschaften und Technik – von Robotik- und Programmier-Stationen über physikalische Experimente bis zu technischen Tüfteleien. Nichts steht hinter Glas; hier ist Anfassen ausdrücklich erwünscht. Für Kinder, die lieber machen als zuschauen, ist das der ideale Ort, und an einem Regentag verbringt man hier problemlos einen halben Tag, ohne dass Langeweile aufkommt.

Adresse: Hamburger Allee 22–24, 60486 Frankfurt, nahe dem Messegelände; Straßenbahnen halten direkt an der Hamburger Allee. Preise (Stand 2026): Erwachsene 14 Euro, Kinder ab 6 Jahren und Ermäßigte 9,50 Euro, Kinder von 3 bis 5 Jahren 3,50 Euro, unter 3 frei. Familientickets gibt es ab 30 Euro (ein Erwachsener plus zwei Kinder) bzw. 33 Euro (zwei Erwachsene plus bis zu drei Kinder unter 18). Wichtig für die Planung: Außerhalb der hessischen Schulferien öffnet das Experiminta werktags nur vormittags bis 14 Uhr und ist dann vor allem von Schulklassen gut besucht. Entspannter wird es am Wochenende (10.30–17.30 Uhr) und in den Ferien, wenn täglich geöffnet ist – dann kommen Sie mit kleineren Kindern deutlich ruhiger durch.

Junges Museum am Römerberg: Geschichte, die man anfassen darf

Direkt am Römerberg, im historischen Saalhof, sitzt das Junge Museum – Teil des Historischen Museums und eines der ältesten Kindermuseen Deutschlands. Statt Vitrinen gibt es wechselnde Mitmach-Ausstellungen, die Geschichte begreifbar machen; im Sommer 2026 etwa „Damals 1410“, eine Zeitreise ins mittelalterliche Frankfurt. Die Angebote richten sich an Familien mit Kindern etwa ab dem Vorschulalter, samt Werkstätten zum Basteln und Forschen. Der große Vorteil für die Familienkasse: Im gesamten Historischen Museum ist der Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei; Erwachsene zahlen für die Dauerausstellungen 8 Euro, für alle Ausstellungen zusammen 12 Euro.

Adresse: Saalhof 1, 60311 Frankfurt; vom U-Bahnhof Dom/Römer (U4/U5) oder den Tram-Haltestellen am Römer (Linien 11/12) sind es rund fünf Gehminuten über den Römerberg Richtung Main. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr, montags geschlossen. Wenn Ihre Kinder auf den Geschmack kommen, lohnt sich das große Historische Museum gleich nebenan – mit dem berühmten Stadtmodell und Blick auf den Main.

Deutsches Filmmuseum (DFF): wie Bilder laufen lernen

Am Sachsenhäuser Museumsufer liegt das Deutsche Filmmuseum, für mich einer der schönsten Orte, um Kindern zu zeigen, wie Kino entsteht. Die Dauerausstellung beginnt bei den optischen Spielzeugen aus der Zeit vor dem Film: Wundertrommeln, die aus Einzelbildern eine Bewegung zaubern, Zauberlaternen und eine Camera obscura, die man selbst bedienen darf. Eine Etage höher geht es um Schnitt, Ton und Erzählung – mit Stationen, an denen Kinder ausprobieren, wie stark Musik und Montage die Wirkung einer Szene verändern. Dazu kommen ein eigenes Kinderkino und regelmäßige Workshops für Familien, in denen die Kleinen etwa einen kurzen Trickfilm selbst zusammensetzen.

Adresse: Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt; U-Bahn bis Schweizer Platz (U1/U2/U3/U8) oder Willy-Brandt-Platz (U4/U5), Tram 15/16 bis Schweizer-/Gartenstraße. Eintritt in die Dauerausstellung (Stand 2026): Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder unter 6 Jahren frei. Anders als in den städtischen Häusern ist der Eintritt hier also nicht automatisch für alle unter 18 frei – für Schulkinder fällt der ermäßigte Preis an. Mehr zu Programm, Kinoterminen und den Wechselausstellungen steht im ausführlichen Filmmuseum-Artikel.

Struwwelpeter-Museum: der berühmteste Wuschelkopf der Welt

Der „Struwwelpeter“ ist eine Frankfurter Erfindung: Der Arzt Heinrich Hoffmann schrieb das Bilderbuch 1844, weil er für seinen kleinen Sohn kein passendes Weihnachtsgeschenk finden konnte. Das Struwwelpeter-Museum in der Neuen Altstadt erzählt seine Geschichte mit seltenen Ausgaben, Parodien und Illustrationen – und, was für Kinder zählt, mit einem eigenen Kinderbereich, einer kostenlosen Audioguide-App mit der „Museumsmaus“ als Kinderführung sowie Ferien- und Geburtstagsprogrammen. Es ist ein überschaubares Haus, das man in gut einer Stunde schafft und das sich deshalb bestens mit einem Bummel durch die Gassen der Neuen Altstadt verbinden lässt.

Adresse: Hinter dem Lämmchen 2–4, 60311 Frankfurt, mitten im DomRömer-Viertel. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr. Eintritt (Stand 2026): Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder unter 6 frei, Familienticket (zwei Erwachsene, bis zu vier Kinder) 20 Euro. Alle Details, auch zu den kindgerechten Führungen, stehen im Struwwelpeter-Artikel.

Museum für Kommunikation: vom Postboten zum Smartphone

Ein paar Häuser weiter am Museumsufer liegt das Museum für Kommunikation, das ich lange unterschätzt hatte – bis ich mit Kindern dort war. Vieles darf man anfassen, es gibt eine lebendige Kinderwerkstatt, und schon der Eingang sorgt für Staunen: eine große Skulpturengruppe im lichtdurchfluteten Atrium. Kinder verstehen hier spielerisch, wie sich Nachrichten von der Postkutsche über Telefon und Fernschreiber bis zum Smartphone entwickelt haben – mit Objekten, die man drehen, drücken und ausprobieren darf. Adresse: Schaumainkai 53, 60596 Frankfurt, nur wenige Schritte vom Filmmuseum entfernt. Die beiden lassen sich hervorragend zu einem einzigen Museumsufer-Tag verbinden.

Und Explora? Ein ehrlicher Hinweis

In älteren Reiseführern taucht oft noch das Explora auf, das kleine 3-D-, Hologramm- und Illusionsmuseum am Glauburgplatz im Nordend. Planen Sie keinen Ausflug mehr dorthin: Das Haus ist geschlossen, seine Website nicht mehr erreichbar. Wer den „Ausprobieren-und-Staunen“-Effekt sucht, ist im Experiminta oder im Filmmuseum ohnehin besser aufgehoben – dort ist das Konzept lebendiger und aktueller.

Wenn es kein Museum sein soll: Zoo und Palmengarten

Nicht jedes Kind hält einen ganzen Tag drinnen aus. Zwei Klassiker fangen das auf. Der Zoo Frankfurt an der Bernhard-Grzimek-Allee 1 im Ostend (U6/U7 bis Zoo) verbindet Tiere mit echter Bildung: Es gibt eine eigene Zooschule, und im Grzimek-Haus beobachtet man bei gedämpftem Licht Fledermäuse und andere Dämmerungstiere. Der Palmengarten im Westend wiederum bietet tropische Gewächshäuser, weite Wiesen und die kleine Palmengartenbahn – ideal, um zwischen zwei Museumsbesuchen Energie loszuwerden. Noch mehr Ideen für graue Tage habe ich unter Frankfurt bei Regen mit Kindern gesammelt.

So planen Sie den Besuch – und sparen dabei

Ein paar Dinge nehme ich mir jedes Mal vor, und sie machen den Unterschied zwischen einem schönen und einem anstrengenden Tag:

  • Freien Eintritt nutzen: In den städtischen Häusern – Historisches Museum samt Jungem Museum vorneweg – zahlen Kinder und Jugendliche unter 18 keinen Cent. Das entlastet die Familienkasse spürbar.
  • MuseumsuferTicket prüfen: Wer an einem Wochenende gleich mehrere Häuser am Main besuchen will, fährt mit dem MuseumsuferTicket günstiger, das an zwei aufeinanderfolgenden Tagen für rund drei Dutzend Museen gilt.
  • Vormittags kommen: Gerade Experiminta und Senckenberg sind vormittags oft von Schulklassen belegt und werden am frühen Nachmittag ruhiger – umgekehrt gilt: In den Ferien ist der Vormittag am entspanntesten.
  • Pausen einplanen: Kinder sind schnell voller Eindrücke. Lieber einen Saal weniger und dafür eine Bank, ein Eis, frische Luft im Hof.

Welches Haus zu welchem Kind passt, ist am Ende einfach zu beantworten: Naturfans und angehende Dino-Forscher gehören ins Senckenberg, Tüftler und Bastler ins Experiminta, geschichtsbegeisterte Grundschulkinder ins Junge Museum, kleine Cineasten ins Filmmuseum, und wer Bücher und Geschichten liebt, wird das Struwwelpeter-Museum lieben. Für einen ganzen Tag lassen sich zwei benachbarte Häuser gut kombinieren – Filmmuseum und Museum für Kommunikation etwa, oder Junges Museum und ein Bummel durch die Altstadt. Und wenn danach der große Hunger kommt, finden Sie familientaugliche Adressen in meinem Beitrag zum Essen mit Kindern in Frankfurt. So wird aus dem Museumsbesuch kein Pflichttermin, sondern der Teil des Tages, von dem die Kinder abends zu Hause erzählen.

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