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Sehenswürdigkeiten

Höchst Altstadt Frankfurt: Fachwerk, Schloss & Justinuskirche

Frankfurts vergessenes Juwel: In Höchst finden Sie das größte erhaltene Fachwerk-Ensemble der Stadt – samt ältestem Bauwerk Frankfurts direkt am Main.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
10. Juli 2026
Fachwerkhäuser in der Höchster Altstadt

Die meisten Besucher kennen nur die Innenstadt Frankfurts – dabei liegt im Westen der Stadt ein echtes Kleinod: die Höchster Altstadt. Anders als die im Krieg zerstörte Innenstadt blieb Alt-Höchst weitgehend unversehrt und zeigt heute das größte geschlossene Fachwerk-Ensemble Frankfurts. Enge Gassen, ein Schloss am Main und die älteste Kirche der Stadt machen einen Ausflug hierher zu einer kleinen Zeitreise. Ich zeige Ihnen, was Sie in Höchst erwartet und wie Sie den Besuch planen.

Frankfurts größtes Fachwerk-Ensemble

Die Höchster Altstadt umfasst rund 7,5 Hektar und ist das größte zusammenhängende Fachwerkviertel Frankfurts. Weil Höchst im Zweiten Weltkrieg von den Bombardierungen verschont blieb, ist die Altstadt vollständig erhalten: unveränderte Fachwerkhäuser, verwinkelte Gassen und viel Gemütlichkeit prägen das Bild. Die meisten Häuser stehen auf einem mittelalterlichen Stadtgrundriss und stammen größtenteils aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1586.

Wer durch die Gassen schlendert, spürt sofort den Kontrast zur modernen Bankenstadt: Hier ticken die Uhren langsamer, und der historische Charme ist echt und nicht rekonstruiert.

Die Justinuskirche: Frankfurts ältestes Bauwerk

Ein besonderes Highlight ist die Justinuskirche, das älteste erhaltene Bauwerk Frankfurts überhaupt. Die karolingische Basilika wurde um 830 errichtet und um 850 geweiht; ihr hochgotischer Chor stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die dreischiffige Kirche ist nicht nur ein bedeutendes Baudenkmal, sondern auch ein stimmungsvoller Ort für klassische Konzerte. Ein Blick in das ehrwürdige Innere lohnt sich unbedingt.

Das Höchster Schloss

Direkt am Mainufer erhebt sich das markante Höchster Schloss, einst Residenz der Mainzer Erzbischöfe. Es entstand in mehreren Bauphasen zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert und ist ein echter Blickfang. Heute beherbergt das Schloss Ausstellungen, unter anderem zur Geschichte des Ortes, zur berühmten Höchster Porzellanmanufaktur und zur Industriegeschichte. Der Schlossplatz am Wasser ist zudem ein schöner Ort zum Verweilen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Höchst

Höchst hat noch mehr zu bieten:

  • Der Zollturm: ein gotischer Turm, der an die Bedeutung Höchsts als Zoll- und Handelsort erinnert.
  • Das Bolongaropalast: ein prächtiger barocker Palast, der von einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie erbaut wurde.
  • Die Höchster Porzellanmanufaktur: eine der ältesten Porzellanmanufakturen Deutschlands, deren Tradition bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht.
  • Das Mainufer: schöne Ausblicke auf den Fluss und ein netter Ort für einen Spaziergang.

Anfahrt

Höchst liegt im Westen Frankfurts und ist bequem mit der S-Bahn erreichbar: Vom Hauptbahnhof bringen Sie mehrere S-Bahn-Linien in rund 15 Minuten zum Bahnhof Frankfurt-Höchst. Von dort sind es nur wenige Gehminuten in die Altstadt. Mit dem Auto ist die Anfahrt ebenfalls möglich, aber die Bahn ist entspannter. Ein Ausflug nach Höchst lässt sich gut mit einem halben oder ganzen Tag verbinden.

Praktische Tipps für Ihren Besuch

  • Mit der S-Bahn anreisen: Schnell, günstig und ohne Parkplatzsuche.
  • Zeit für die Gassen nehmen: Der Reiz liegt im Bummeln – lassen Sie sich treiben und entdecken Sie die Details der Fachwerkhäuser.
  • Justinuskirche besuchen: Prüfen Sie vorab die Öffnungszeiten oder Konzerttermine.
  • Am Main verweilen: Der Schlossplatz und das Mainufer laden zu einer Pause ein.
  • Mit einem Marktbesuch kombinieren: In Höchst gibt es regelmäßig Märkte und Feste – ein Blick in den Veranstaltungskalender lohnt sich.
  • Ruhe genießen: Höchst ist weniger überlaufen als die Innenstadt – ideal für einen entspannten Tag abseits der Touristenpfade.

Lohnt sich der Ausflug?

Unbedingt. Die Höchster Altstadt ist ein Geheimtipp, den erstaunlich viele Frankfurt-Besucher übersehen. Gerade weil sie im Krieg verschont blieb, wirkt sie authentisch und gewachsen – ein echtes historisches Viertel statt einer Rekonstruktion. Mit der ältesten Kirche der Stadt, einem Schloss am Main und einem der schönsten Fachwerk-Ensembles Deutschlands bietet Höchst weit mehr, als man von einem Frankfurter Stadtteil erwartet.

Mein Rat: Nehmen Sie die S-Bahn, planen Sie einen entspannten halben Tag ein und verbinden Sie den Bummel durch die Gassen mit einem Besuch der Justinuskirche und einer Pause am Mainufer. So entdecken Sie eine ganz andere, überraschend historische Seite von Frankfurt.

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