Frankfurt Stadtteile: Der große Überblick
46 Stadtteile, 16 Ortsbezirke – aber Frankfurter denken in Vierteln. Ein Wegweiser durch die Quartiere, die die Stadt wirklich ausmachen.
Frankfurt ist kleiner, als viele denken, aber erstaunlich vielfältig – und diese Vielfalt spielt sich in den Stadtteilen ab. Offiziell gliedert sich die Stadt in 16 Ortsbezirke und rund 46 Stadtteile, von denen die bevölkerungsreichsten (Nordend, Sachsenhausen, Westend) noch einmal in Nord/Süd bzw. Ost/West unterteilt sind. Aber ehrlich: Kein Frankfurter sagt, er wohne im „Ortsbezirk 3”. Wir denken in Vierteln. Hier ist mein Überblick über die Quartiere, die Sie kennen sollten – mit ihrem Charakter und dem, wofür sie stehen.
Innenstadt und Altstadt: das Zentrum
Das Herz der Stadt: Römerberg, Zeil, Hauptwache, Dom und das wiederaufgebaute DomRömer-Areal. Hier schlägt der touristische Puls, hier ist Shopping und Sightseeing auf engstem Raum. Gewohnt wird in der eigentlichen Altstadt wenig – sie ist vor allem Bühne und Treffpunkt.
Westend: großbürgerlich und grün
Das Westend ist geprägt von großbürgerlicher Gründerzeitarchitektur und zählt zu den teuersten Wohnlagen der Stadt. Ruhig, gepflegt, mit dem Palmengarten und dem Grüneburgpark vor der Tür. Wer Eleganz und Grün sucht, ist hier richtig – und die Uni-Campus im Westend bringen zugleich junges Leben hinein.
Nordend: das beliebte Wohnviertel
Gründerzeitbauten, Boulevards und Alleen: Das Nordend wurde im 19. Jahrhundert bebaut und besticht bis heute mit abwechslungsreichem Straßenbild. Es ist bei jungen Familien und Berufstätigen extrem beliebt – viele Cafés, die untere Berger Straße, Wochenmärkte. Für mich eines der lebenswertesten Viertel überhaupt.
Bornheim: „Bernem”, lebendig und bodenständig
Bornheim zählt mit rund 30.000 Einwohnern zu den älteren Stadtteilen und ist bekannt für traditionelle Architektur und hohe Lebensqualität. Mittelpunkt ist die Berger Straße mit ihrem Wochenmarkt am Uhrtürmchen, dazu Apfelweinwirtschaften und Szene-Kneipen. Bornheim wird von Frankfurtern regelmäßig zum beliebtesten Wohnviertel gewählt.
Sachsenhausen: Apfelwein und Museumsufer
Einer der bekanntesten und ältesten Stadtteile, südlich des Mains („dribbdebach”). Er teilt sich in das dichter bebaute Sachsenhausen-Nord (mit Apfelweinvierteln und dem Museumsufer) und das grünere Sachsenhausen-Süd mit mehr Einfamilienhäusern. Tradition und modernes Wohnen treffen hier aufeinander.
Bahnhofsviertel: rau, bunt, im Wandel
Das Bahnhofsviertel ist Frankfurts wohl widersprüchlichstes Quartier: hip und rau zugleich, mit einer der spannendsten Gastroszenen der Stadt – und zugleich einer sichtbaren Drogenszene in manchen Straßen. Ein kleiner Fun Fact: Der Hauptbahnhof selbst liegt streng genommen nicht im Bahnhofsviertel, sondern im angrenzenden Gallus.
Weitere Viertel, die sich lohnen
- Bockenheim: studentisch und multikulturell, rund um die Leipziger Straße.
- Ostend: im Wandel, mit dem Zoo und der EZB als markanten Ankern.
- Gallus & Europaviertel: moderne Neubauten, die Skyline Plaza, viel Bewegung.
- Höchst: im Westen, mit einer eigenen, sehenswerten Altstadt – fast wie eine kleine Stadt in der Stadt.
So finden Sie sich zurecht
- Denken Sie in Stadtteilen: Adressen und Empfehlungen orientieren sich am Viertel, nicht am Ortsbezirk.
- Alles nah: Die zentralen Viertel liegen dicht beieinander und sind mit U- und S-Bahn in Minuten verbunden.
- Charakter statt Entfernung: Für Ruhe Westend, für Lebendigkeit Nordend/Bornheim, für Tradition Sachsenhausen, für Szene das Bahnhofsviertel.
- Zum Übernachten: Welches Viertel zu welcher Reise passt, lesen Sie am besten in einem eigenen Guide zur Hotelwahl.
Fazit
Frankfurts Reiz liegt in seinen Vierteln. Die Stadt mag kompakt sein, aber zwischen dem großbürgerlichen Westend, dem lebendigen Nordend, dem bodenständigen Bornheim, dem traditionsreichen Sachsenhausen und dem rauen Bahnhofsviertel liegen Welten. Mein Rat: Suchen Sie sich zwei, drei Viertel aus, die zu Ihrer Stimmung passen, und erkunden Sie sie zu Fuß. Erst dann verstehen Sie, warum Frankfurt so viel mehr ist als seine Skyline.
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