Wo übernachten in Frankfurt? Die besten Stadtteile & Hotels
Zentral, ruhig oder günstig? Wo Sie in Frankfurt am besten schlafen, hängt ganz von Ihrer Reise ab. Eine Einheimische ordnet die Viertel ein.
„In welcher Gegend soll ich in Frankfurt buchen?“ – das werde ich oft gefragt, und die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, was Sie vorhaben. Frankfurt ist kompakt, fast alles ist mit U- und S-Bahn schnell erreichbar, aber die Stadtteile unterscheiden sich im Charakter deutlich. Wer das weiß, bucht passender – und vermeidet böse Überraschungen. Ich stelle Ihnen die wichtigsten Viertel zum Übernachten vor, mit ihren Stärken und Schwächen.
Innenstadt & Altstadt: zentral und praktisch
Wenn Sie zum ersten Mal in Frankfurt sind und vor allem Sehenswürdigkeiten besuchen wollen, ist die Innenstadt rund um Hauptwache, Zeil und Römer eine naheliegende Wahl. Sie wohnen mittendrin, haben Shopping, Museen und die Altstadt vor der Tür und sind mit der Bahn überallhin bestens angebunden.
Der Preis dafür: Es ist betriebsam, und die Hotels in Toplage sind tendenziell teurer. Für eine klassische Städtereise mit kurzen Wegen ist die Innenstadt aber ideal – besonders, wenn Sie nur ein, zwei Nächte bleiben und viel sehen wollen.
Westend: ruhig, grün, elegant
Das Westend ist mein Tipp für alle, die es ruhig und gediegen mögen. Das Viertel ist grün, gepflegt und gilt als eines der sichersten der Stadt. Hier stehen herrschaftliche Altbauten, es gibt schöne Parks (Grüneburgpark, Palmengarten) und trotzdem ist man in wenigen Minuten mit der U-Bahn im Zentrum.
Das Westend eignet sich gut für Reisende, die abends ihre Ruhe wollen, für Paare und für alle, denen eine angenehme Wohngegend wichtiger ist als das pulsierende Nachtleben. Günstig ist es hier allerdings selten.
Sachsenhausen: Charme und Nachtleben
Auf der anderen Mainseite liegt Sachsenhausen – Kopfsteinpflaster, Apfelwein und jede Menge Charme. Es ist das traditionelle Ausgehviertel Frankfurts und bekannt für seine Äppelwoi-Wirtschaften. Wer abends gerne unter Leute geht, hessisch essen und das Lebensgefühl der Stadt erleben will, ist hier richtig.
Direkt am Museumsufer gelegen, sind Sie von Sachsenhausen aus schnell bei den großen Museen und über den Eisernen Steg in der Altstadt. Bedenken Sie nur: In den lautesten Kneipengassen kann es am Wochenende abends lebhaft und entsprechend laut werden. Wer das Trubel sucht, freut sich; wer früh schlafen will, bucht besser etwas abseits der Hauptgassen.
Nordend & Bornheim: entspannt und authentisch
Nordend und das angrenzende Bornheim sind die Viertel für alle, die Frankfurt von seiner alltäglichen, gemütlichen Seite erleben wollen. Kreativ und entspannt, mit lokalen Cafés, Wochenmärkten und Altbauten – hier wohnen viele junge Berufstätige und Familien, und es gilt als sehr sicher.
Sie übernachten hier nicht mitten im Trubel, sondern in einem echten Wohnviertel mit Nachbarschaftsflair. Die Berger Straße in Bornheim ist eine der schönsten Ausgeh- und Einkaufsstraßen der Stadt. Mit der U-Bahn sind Sie trotzdem zügig im Zentrum. Für längere Aufenthalte oder Wiederholungsbesucher ist das mein Favorit, weil man hier das „echte“ Frankfurt spürt.
Bahnhofsviertel: günstig und gut angebunden – mit Einschränkung
Das Bahnhofsviertel direkt am Hauptbahnhof ist die Gegend für ein knappes Budget. Backpacker und preisbewusste Reisende finden hier günstige Hotels und Hostels, und die Anbindung ist hervorragend: vom Hauptbahnhof bringt Sie die S-Bahn in rund 15 Minuten zum Flughafen, und die City ist zu Fuß erreichbar. Gleichzeitig hat sich das Viertel kulinarisch zu einem der spannendsten der Stadt entwickelt.
Aber ich sage es offen: Das Bahnhofsviertel hat eine sichtbare Drogenszene, vor allem in einigen Straßen und besonders zu später Stunde. Das kann, je nach Empfinden, ein Gefühl von Unsicherheit auslösen. Für gestandene Großstadtreisende ist das meist kein Problem, und tagsüber sowie auf den belebten Straßen ist viel los. Wer aber sensibel reagiert oder mit kleinen Kindern reist, fühlt sich in Westend, Nordend oder Sachsenhausen oft wohler. Schauen Sie sich die genaue Lage des Hotels an – ein paar Straßen machen hier einen großen Unterschied.
Bankenviertel & Messe: für Geschäftsreisende
Rund um die Messe und das Bankenviertel gibt es viele moderne Hotels, die klar auf Geschäftsreisende ausgerichtet sind. Wenn Sie zur Messe müssen oder Termine in den Hochhäusern haben, sparen Sie hier wertvolle Wege. Für eine reine Urlaubsreise ist die Gegend dagegen etwas nüchtern – abends ist im Bankenviertel wenig los.
Am Flughafen: nur für Frühflieger
Direkt am Flughafen zu übernachten lohnt sich vor allem bei sehr frühen Flügen, späten Ankünften oder beim Umsteigen. Für einen Stadtbesuch sind die Flughafenhotels dagegen die falsche Wahl – Sie sitzen am Rand und müssen für jede Unternehmung erst in die Stadt fahren.
So wählen Sie das richtige Viertel
- Erste Städtereise, viel sehen: Innenstadt/Altstadt – mittendrin, kurze Wege.
- Ruhe und Eleganz: Westend – grün, sicher, gediegen.
- Charme & Nachtleben, hessisch essen: Sachsenhausen – am besten etwas abseits der lautesten Gassen.
- Authentisch, entspannt, länger bleiben: Nordend & Bornheim.
- Kleines Budget, beste Anbindung: Bahnhofsviertel – Lage des Hotels genau prüfen.
- Messe & Business: Bankenviertel/Messe.
- Nur Frühflug: Hotel am Flughafen.
Ein paar allgemeine Tipps: Buchen Sie in Messezeiten früh, dann sind Hotels schnell teuer und ausgebucht. Achten Sie weniger auf die reine Entfernung zur Altstadt als auf die Nähe zu einer U- oder S-Bahn-Station – damit relativiert sich „weiter draußen“ schnell. Und lesen Sie bei einem Hotel im Bahnhofsviertel die genaue Adresse, nicht nur den Stadtteilnamen.
Fazit
Frankfurt macht es Übernachtungsgästen leicht, weil die Stadt klein und gut vernetzt ist – ein wirklich „falsches“ Viertel gibt es kaum. Für die klassische Städtereise ist die Innenstadt praktisch, fürs ruhige Wohnen das Westend, für Charme und Ausgehen Sachsenhausen, für authentisches Flair Nordend und Bornheim. Das Bahnhofsviertel punktet mit Preis und Anbindung, verlangt aber einen prüfenden Blick auf die Lage. Überlegen Sie sich vorher, was Ihnen wichtiger ist – Trubel oder Ruhe, Preis oder Atmosphäre –, dann finden Sie schnell das passende Quartier.
Weiterlesen
Stadtteile
Frankfurt Stadtteile: Der große Überblick
Welche Stadtteile hat Frankfurt und was macht sie aus? Von Westend über Nordend und Bornheim bis Sachsenhausen und Bahnhofsviertel – Charakter, Lage und Tipps im Überblick.
Stadtteile
Hotels in Frankfurt-Sachsenhausen: Übernachten am Museumsufer
Hotels in Frankfurt-Sachsenhausen: warum sich das Viertel zum Übernachten lohnt, welche Lagen es gibt, Anbindung, Preise und Tipps für Ihre Buchung.
Stadtteile
Sachsenhausen: Äppelwoi, Grüne Soße & Museen
Sachsenhausen vereint Apfelweinkultur, hessische Küche und die berühmte Museumsmeile. Ein Porträt des Viertels südlich des Mains – mit Tipps zu Kneipen, Museen und Spazierwegen.
Stadtteile
Bornheim & Berger Straße: Frankfurts lebendiges Viertel
Bornheim, von Frankfurtern liebevoll 'Bernem' genannt: ein Porträt des beliebtesten Viertels rund um die Berger Straße – mit Wochenmarkt am Uhrtürmchen, Apfelweinkneipen und Tipps.