Frankfurt Guide
DE / EN
Stadtteile

Bornheim & Berger Straße: Frankfurts lebendiges Viertel

Wochenmarkt, Apfelwein und Szene-Kneipen auf einer Straße: Warum Bornheim regelmäßig zum beliebtesten Wohnviertel Frankfurts gewählt wird.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
16. Juni 2026
Belebte Straße im Frankfurter Stadtteil Bornheim
Foto: Lana Kravchenko / Pexels

Fragt man Frankfurter, wo sie am liebsten wohnen würden, fällt erstaunlich oft derselbe Name: Bornheim. Das Viertel im Osten der Stadt, von Einheimischen liebevoll „Bernem“ genannt, hat einen Ruf als das lebendigste und sympathischste Wohnquartier Frankfurts. Der Grund ist einfach: Hier ist immer etwas los, ohne dass es je großstädtisch unpersönlich würde. Mit knapp 30.000 Einwohnern ist Bornheim der sechstgrößte Stadtteil – und doch fühlt es sich an wie ein gewachsenes Dorf mitten in der Stadt. Ich nehme Sie mit auf einen Bummel.

Die Berger Straße: Lebensader des Viertels

Das Herz von Bornheim ist die Berger Straße. Sie ist die längste Einkaufsstraße Frankfurts und zieht sich durch die Stadtteile Nordend und Bornheim. Anders als die große, betriebsame Zeil in der Innenstadt ist die Berger Straße kleinteilig und individuell: inhabergeführte Läden, Boutiquen, Buchhandlungen, Cafés und Restaurants reihen sich aneinander, dazwischen immer wieder urige Kneipen.

Hier shoppt und flaniert man nicht im Konsumrausch, sondern entspannt und mit Muße. Setzen Sie sich in ein Straßencafé, beobachten Sie das bunte Treiben – das ist Bornheim, wie es leibt und lebt. Mein Rat: Lassen Sie sich einfach treiben und biegen Sie auch mal in die Seitenstraßen ab, dort warten kleine Entdeckungen.

Das Uhrtürmchen und der Wochenmarkt

Der eigentliche Mittelpunkt des Stadtteillebens ist das Uhrtürmchen in Bornheim Mitte. Zweimal in der Woche – mittwochs und samstags – findet hier der Wochenmarkt statt, und der ist weit mehr als nur ein Einkauf. Mit seinem vielfältigen Angebot und einem fast südländischen Charme ist er zu einem beliebten Treffpunkt geworden, an dem sich die Nachbarschaft trifft.

Wenn Sie das echte Bornheim erleben wollen, kommen Sie an einem Samstagvormittag zum Markt. Frisches Obst und Gemüse, Käse, Blumen, dazu ein Schoppen Apfelwein oder ein Kaffee im Stehen und überall Gespräche – das ist die gute Stube des Viertels. Für mich einer der schönsten Wochenmärkte der Stadt.

Apfelwein und Frankfurter Küche

Bornheim ist neben Sachsenhausen das zweite große Zentrum der Frankfurter Apfelweinkultur. Traditionsreiche Apfelweinwirtschaften prägen das Bild, und in historischen Gasthäusern bekommen Sie Frankfurter Spezialitäten wie Handkäs mit Musik, Grüne Soße oder Rippchen.

Der große Vorteil gegenüber den touristischeren Gassen Sachsenhausens: In Bornheim sitzen Sie überwiegend zwischen Einheimischen. Die Stimmung ist gemütlich, bodenständig und authentisch. Bestellen Sie einen Bembel Äppelwoi, lassen Sie sich Zeit – hier müssen Sie nichts beweisen, hier wird einfach gelebt.

Abends: Szene und Kneipen

Wenn die Sonne untergeht, zeigt Bornheim seine lebhafte Seite. Szene-Kneipen und Bars ziehen am Wochenende viele Frankfurter ins Viertel, um auszugehen, zu feiern und zu tanzen. Das Spektrum reicht von der urigen Eckkneipe über multinationale Restaurants bis zur trendigen Bar. Dabei bleibt es entspannter und weniger auf Partytourismus ausgelegt als manch andere Ausgehmeile – ein Abend in Bornheim ist gesellig, aber nicht überdreht.

Warum Bornheim so beliebt ist

Was macht den besonderen Reiz aus? Es ist die Mischung. Bornheim verbindet Altbaucharme und gewachsene Strukturen mit einem lebendigen Alltag: Markt, Läden, Kneipen, Apfelwein und ein echtes Nachbarschaftsgefühl. Es ist urban, ohne hektisch zu sein, und traditionell, ohne verstaubt zu wirken. Genau diese Balance erklärt, warum das Viertel bei Umfragen so regelmäßig zum beliebtesten Wohnort der Frankfurter gewählt wird – hier ist immer etwas los, und trotzdem fühlt man sich zu Hause.

Praktische Tipps für Ihren Besuch

  • Anreise: Mit der U-Bahn bequem zu erreichen (u. a. Station Bornheim Mitte). Das Auto brauchen Sie nicht, Parken ist im dichten Wohnviertel ohnehin schwierig.
  • Beste Zeit: Samstagvormittag für den Wochenmarkt am Uhrtürmchen, abends für die Kneipenszene.
  • Markttage: Wochenmarkt mittwochs und samstags – ideal, um das echte Bornheim zu erleben.
  • Apfelwein: Eine alteingesessene Wirtschaft wählen und in Ruhe einkehren – authentischer als in den Touristengassen.
  • Bummeln statt hetzen: Die Berger Straße lebt vom Schlendern; planen Sie keinen straffen Zeitplan.
  • Kombinieren: Berger Straße und Nordend gehen ineinander über – Sie können den Bummel gut bis ins benachbarte Nordend ausdehnen.

Fazit

Bornheim ist Frankfurt von seiner liebenswertesten, alltäglichsten Seite: kein Pflichtprogramm für Sehenswürdigkeiten-Jäger, sondern ein Viertel zum Leben und Genießen. Die Berger Straße mit ihren individuellen Läden, der Wochenmarkt am Uhrtürmchen, die Apfelweinwirtschaften und die gesellige Kneipenszene machen den besonderen Charme aus. Mein Rat: Nehmen Sie sich einen halben Tag, kommen Sie am besten an einem Markttag, schlendern Sie die Berger Straße entlang und kehren Sie abends auf einen Schoppen ein. Dann verstehen Sie, warum „Bernem“ das Herz so vieler Frankfurter erobert hat.

#bornheim#berger straße#stadtteile#apfelwein#wochenmarkt