Frankfurt Geheimtipps: 12 Orte abseits der Touristenpfade
Römer und Skyline kennt jeder. Diese zwölf Orte zeigen das andere Frankfurt – und die meisten Besucher laufen achtlos daran vorbei.
Römerberg, Main Tower, Museumsufer – die großen Sehenswürdigkeiten Frankfurts stehen in jedem Reiseführer. Doch die Stadt hat deutlich mehr zu bieten, wenn man einen Schritt weiter geht. Ich habe zwölf Orte und Erlebnisse zusammengestellt, die viele Besucher übersehen, obwohl sie sich wirklich lohnen – von einer intakten Fachwerkaltstadt bis zum besten kostenlosen Skyline-Blick der Stadt.
1. Die Höchster Altstadt
Frankfurts bestgehütetes Geheimnis liegt im Westen. Höchst besitzt das größte geschlossene Fachwerk-Ensemble der Stadt – und weil der Stadtteil im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont blieb, ist es echt und nicht rekonstruiert. Dazu kommen ein Schloss am Main und die Justinuskirche, das älteste erhaltene Bauwerk Frankfurts aus dem 9. Jahrhundert. Mit der S-Bahn sind Sie in einer Viertelstunde dort.
2. Der Lohrberg
Der beste kostenlose Skyline-Blick der Stadt liegt im Norden: Der Lohrberg ist Frankfurts einziger Weinberg und bietet von oben ein weites Panorama über die Stadt bis zur Skyline. Bei gutem Wetter ein wunderbarer Ort für ein Picknick – und ganz ohne Eintritt.
3. Der Ebbelwei-Express
Eine bunte historische Straßenbahn, die an Wochenenden und Feiertagen eine Stunde lang durch die Stadt tuckert, während Apfelwein und Brezeln gereicht werden – für rund acht Euro. Charmanter und günstiger kann man Frankfurt kaum kennenlernen.
4. Die Klassikstadt in Fechenheim
In einer denkmalgeschützten Fabrik von 1910 dreht sich auf 16.000 Quadratmetern alles um Oldtimer. Klassiker stehen in Glasboxen wie in einem Schaufenster, in offenen Werkstätten wird restauriert, und ein Restaurant lädt zur Pause. Ein faszinierender Ort, den kaum ein Reiseführer nennt.
5. Das Caricatura Museum
Ein Museum, in dem Lachen ausdrücklich erlaubt ist: Das Caricatura in der Altstadt widmet sich der Komischen Kunst und der legendären Neuen Frankfurter Schule. Klein, klug und erfrischend anders als die großen Kunsttempel.
6. Das MOMEM an der Hauptwache
Das weltweit erste Museum für elektronische Musik sitzt mitten in der Innenstadt. Mit schwarzen Wänden und Lichtinstallationen fühlt es sich fast wie ein Club an – und erzählt die Geschichte einer Szene, in der Frankfurt eine Schlüsselrolle spielte.
7. Das Weltkulturen Museum
Am Museumsufer, aber deutlich weniger besucht als das Städel: ein ethnologisches Museum mit über 65.000 Objekten, das in wechselnden, oft künstlerisch kuratierten Ausstellungen den Blick auf fremde Kulturen hinterfragt. Am letzten Samstag im Monat ist der Eintritt frei.
8. Das Archäologische Museum im Karmeliterkloster
Römische und keltische Funde unter den hohen Gewölben einer gotischen Klosterkirche – allein der Raum lohnt den Besuch. Ein stiller, atmosphärischer Ort mitten in der Altstadt, an dem selten viel los ist.
9. Der Palmengarten abseits der Hauptwege
Fast jeder kennt den Palmengarten, aber die wenigsten nehmen sich Zeit für die ruhigen Ecken jenseits der großen Gewächshäuser. Wer weitergeht, findet stille Teiche, Themengärten und Plätze, an denen man die Großstadt komplett vergisst.
10. Ein Spaziergang durch Bornheim
Die Berger Straße in Bornheim ist die lebendige Einkaufs- und Ausgehstraße der Frankfurter selbst – mit kleinen Läden, Cafés und einer entspannten Nachbarschaftsatmosphäre, die man in der Innenstadt so nicht findet. Hier erleben Sie den Alltag der Stadt.
11. Der Grüngürtel
Frankfurt ist grüner, als sein Ruf vermuten lässt: Ein durchgehender Grüngürtel umschließt die Stadt und lädt zu Spaziergängen und Radtouren ein. Ideal, um dem Trubel für ein paar Stunden zu entkommen, ohne die Stadt zu verlassen.
12. Das Museum für Kommunikation mit Kindern
Ein Familientipp, den viele übersehen: Hier darf angefasst und ausprobiert werden, und die Kinderwerkstatt begeistert auch Erwachsene. Ein perfektes Ziel für einen Regentag.
Tipps, um Frankfurt abseits der Pfade zu entdecken
- Raus aus der Innenstadt: Die spannendsten Entdeckungen liegen in Stadtteilen wie Höchst, Bornheim oder Fechenheim.
- Die S-Bahn nutzen: Viele Geheimtipps sind in 15 bis 20 Minuten erreichbar.
- Freie Eintrittstage merken: Mehrere Museen sind am letzten Samstag im Monat kostenlos.
- Früh oder spät unterwegs sein: Selbst bekannte Orte wirken menschenleer ganz anders.
- Mit Einheimischen reden: In Apfelweinwirtschaften und Nachbarschaftscafés bekommen Sie die besten Tipps.
Fazit
Frankfurt belohnt alle, die über den Römerberg hinausschauen. Zwischen einer intakten Fachwerkaltstadt, einem Weinberg mit Skyline-Blick, einem Oldtimer-Paradies in einer alten Fabrik und einem Museum für elektronische Musik zeigt sich eine Stadt, die viel vielfältiger ist als ihr Ruf als Bankenmetropole. Mein Rat: Nehmen Sie sich für mindestens zwei oder drei dieser Orte Zeit, fahren Sie ruhig ein paar Stationen mit der S-Bahn hinaus – und Sie kommen mit einem ganz anderen Frankfurt-Bild zurück.
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