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Sehenswürdigkeiten

Porzellan Museum Frankfurt: Höchster Porzellan im Schloss

Eine der ältesten Porzellanmanufakturen Deutschlands sitzt in Frankfurt-Höchst – und ihre Schätze sehen Sie im Schloss direkt am Main.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
21. Juli 2026
Feines Porzellan wie aus der Höchster Manufaktur
Foto: Jean Neves / Pexels

Wenn Sie in Frankfurt nach einem Porzellanmuseum suchen, führt der Weg nach Höchst. Im westlichen Stadtteil sitzt eine der ältesten Porzellanmanufakturen Deutschlands, deren Tradition bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht – und im Höchster Schloss direkt am Mainufer können Sie ihre Geschichte und ihre Werke bestaunen. Ich zeige Ihnen, was Höchster Porzellan so besonders macht, wo Sie es sehen und wie Sie den Besuch planen.

Die Höchster Porzellanmanufaktur

Die Höchster Porzellanmanufaktur wurde 1746 gegründet und zählt damit zu den ältesten Porzellanmanufakturen Deutschlands – nur wenige Häuser wie Meissen sind älter. Im 18. Jahrhundert war Porzellan ein Luxusgut von enormem Wert, das „weiße Gold”, dessen Herstellungsgeheimnis streng gehütet wurde. Höchst gehörte zu den frühen Manufakturen, die dieses Können beherrschten.

Berühmt wurde Höchst vor allem für seine Porzellanfiguren: fein modellierte, lebendige Figuren aus dem Rokoko, die Szenen des höfischen und bürgerlichen Lebens zeigen. Daneben entstanden Geschirre, Vasen und dekorative Objekte. Das charakteristische Markenzeichen der Manufaktur ist das Rad aus dem Wappen von Mainz, zu dessen Herrschaftsgebiet Höchst gehörte.

Porzellan im Schloss Höchst

Die schönste Gelegenheit, Höchster Porzellan zu sehen, bietet das Höchster Schloss direkt am Mainufer. Der markante Bau, einst Residenz der Mainzer Erzbischöfe, beherbergt Ausstellungen unter anderem zur Geschichte der Höchster Porzellanmanufaktur, zur Industriegeschichte des Ortes und zur Geschichte von Höchst selbst.

Hier sehen Sie, wie aus einer Idee des 18. Jahrhunderts eine bis heute lebendige Handwerkstradition wurde. Die Kombination aus historischem Schloss und feinem Porzellan macht den Besuch besonders stimmungsvoll – Sie erleben die Objekte in einem Umfeld, das aus derselben Epoche stammt.

Ein Rundgang durch Höchst

Ein Besuch lohnt sich vor allem, weil Sie ihn wunderbar mit der Höchster Altstadt verbinden können. Höchst besitzt das größte geschlossene Fachwerk-Ensemble Frankfurts, das im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont blieb. Direkt in Laufweite liegen außerdem:

  • Die Justinuskirche: das älteste erhaltene Bauwerk Frankfurts, eine karolingische Basilika aus dem 9. Jahrhundert.
  • Der Bolongaropalast: ein prächtiger barocker Palast einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie.
  • Der Zollturm: gotisches Zeugnis der Bedeutung von Höchst als Zoll- und Handelsort.
  • Das Mainufer: schöne Ausblicke und ein netter Platz für eine Pause.

So wird aus dem Porzellan-Interesse ein rundum lohnender halber Tag.

Öffnungszeiten und Eintritt

Öffnungszeiten und Eintrittspreise für die Ausstellungen im Schloss Höchst sowie für Angebote der Manufaktur können variieren und sich saisonal ändern. Prüfen Sie beides deshalb bitte kurz vor Ihrem Besuch auf den offiziellen Seiten – das gilt besonders, wenn Sie gezielt wegen der Porzellansammlung anreisen. Auch Führungen und besondere Veranstaltungen werden dort angekündigt.

Anfahrt

Höchst liegt im Westen Frankfurts und ist bequem mit der S-Bahn erreichbar: Vom Hauptbahnhof bringen Sie mehrere Linien in rund 15 Minuten zum Bahnhof Frankfurt-Höchst. Von dort sind es wenige Gehminuten durch die Altstadt bis zum Schloss am Mainufer. Mit dem Auto ist die Anfahrt möglich, aber in den engen Altstadtgassen ist Parken knapp – die Bahn ist deutlich entspannter.

Praktische Tipps für den Besuch

  • Mit der Altstadt kombinieren: Fachwerkgassen, Justinuskirche und Schloss liegen alle beieinander – planen Sie einen halben Tag ein.
  • Vorab prüfen: Öffnungszeiten und aktuelle Ausstellungen kurz vor dem Besuch checken.
  • Mit der S-Bahn kommen: Schnell, günstig und ohne Parkplatzsuche.
  • Für Sammler und Kunsthandwerk-Fans: Wer sich für Porzellan, Rokoko oder Kunsthandwerk begeistert, findet hier ein echtes Spezialthema.
  • Am Main verweilen: Der Schlossplatz am Wasser lädt zu einer Pause ein.
  • Souvenir-Idee: Höchster Porzellan ist ein hochwertiges, typisch regionales Mitbringsel.

Lohnt sich der Besuch?

Für alle, die sich für Kunsthandwerk, Geschichte und feine Handarbeit interessieren, ist das ein lohnendes Spezialthema – und ein schöner Anlass, den unterschätzten Stadtteil Höchst überhaupt erst zu entdecken. Die Verbindung aus einer über 275 Jahre alten Manufakturtradition, einem Schloss am Main und einer weitgehend erhaltenen Fachwerk-Altstadt ist in Frankfurt einzigartig.

Mein Rat: Nehmen Sie die S-Bahn nach Höchst, prüfen Sie vorab die Öffnungszeiten, und planen Sie neben dem Porzellan genug Zeit für die Altstadt und die Justinuskirche ein. So wird aus einem Museumsbesuch ein kleiner Ausflug in eine ganz andere, historische Seite Frankfurts.

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