Frankfurt Guide
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Essen & Trinken

Die besten Restaurants in Frankfurt: Guide nach Küche & Viertel

Vom Bembel bis zum zweiten Michelin-Stern: Frankfurt isst vielfältiger, als sein Ruf vermuten lässt. Ein Wegweiser durch Viertel und Küchen.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
16. Juni 2026
Gedeckter Tisch in einem Frankfurter Restaurant
Foto: Vitaliy Haiduk / Pexels

Frankfurt galt lange als Stadt, in der man arbeitet und woanders genießt. Das hat sich gründlich geändert. Heute hat die Stadt eine der spannendsten Gastroszenen Deutschlands – vom Apfelweinlokal mit Handkäs bis zum Zwei-Sterne-Tempel, von der thailändischen Garküche im Bahnhofsviertel bis zur Levante-Küche in Sachsenhausen. Weil die Stadt kompakt ist, hat jedes Viertel seinen eigenen kulinarischen Charakter. Ich sortiere Ihnen die Szene deshalb nach Küche und Stadtteil und sage dazu, wo es sich wirklich lohnt.

Hessisch & traditionell: Sachsenhausen

Wer einmal in Frankfurt ist, sollte die hessische Küche probieren – und das geht nirgends besser als in Alt-Sachsenhausen, dem Herz der Apfelweinkultur. Hier wird der „Äppelwoi“ im Bembel serviert, dazu deftige Klassiker wie Grüne Soße mit Ei und Kartoffeln, Handkäs mit Musik oder Schnitzel mit grüner Soße.

Eine feste Institution ist das „Zum Gemalten Haus“, eines der bekanntesten Apfelweinlokale Sachsenhausens, mit der typischen bemalten Fassade und langen Holztischen, an denen man auch mit Fremden ins Gespräch kommt. Ähnlich traditionsreich ist „Adolf Wagner“. Mein Rat: Meiden Sie die lautesten Partygassen und suchen Sie sich eines der ruhigeren, alteingesessenen Häuser – dort ist das Essen ehrlicher und das Publikum gemischter. Reservieren lohnt sich am Wochenende fast immer.

Deutsche Küche ohne Klischee: Bornheim

Wenn Sie solide deutsche und regionale Küche fernab des Touristenrummels suchen, fahren Sie nach Bornheim. Der „Bornheimer Ratskeller“ steht für gutbürgerliche Küche, die ihr Handwerk ernst nimmt. Bornheim insgesamt – rund um die Berger Straße – ist herrlich unaufgeregt: viele kleine Lokale, in denen die Nachbarschaft isst, nicht der Reiseführer.

International & szenig: das Bahnhofsviertel

Kein Viertel hat sich kulinarisch so gewandelt wie das Bahnhofsviertel. Aus dem einst zwielichtigen Quartier ist Frankfurts spannendster Ess-Bezirk geworden, dicht gedrängt mit Bars und Restaurants aus aller Welt.

Stilbildend war das „Maxie Eisen“, ein Deli und Cocktailbar, das die Szene mitgeprägt hat und bis heute ein guter Anlaufpunkt ist. Für authentisch thailändische Küche steht „Soi 22“: Koch Sittichai Pummarin hat die Garküchen-Rezepte seiner Großmutter aus Bangkok mitgebracht – ehrlich, würzig, ohne Anbiederung an deutsche Gaumen. Das Bahnhofsviertel ist auch der Ort, an dem man am besten von Lokal zu Lokal zieht: ein Drink hier, ein kleiner Teller dort.

Nachbarschaftlich & regional: das Nordend

Das Nordend ist wohnlich, gutbürgerlich und voller kleiner Restaurants, in denen Stammgäste ein und aus gehen. Ein Beispiel ist „Die Heimat“, das auf regionale Produkte und handwerkliche Zubereitung setzt – entspanntes Essengehen ohne Schnickschnack. Wer keine große Show, sondern ein gutes Essen in netter Atmosphäre will, ist hier richtig.

Sterneküche: Frankfurt ganz oben

Frankfurt ist längst eine echte Sterne-Stadt. Spitze der Pyramide ist das „Lafleur“ im Palmengarten: Andreas Krolik führt das einzige Zwei-Sterne-Restaurant Hessens, bekannt auch für seine ambitionierte vegane Linie neben der klassischen Küche. Es liegt mitten im Grün am Palmenhaus – ein besonderer Rahmen.

Dazu kommt eine ganze Reihe Ein-Stern-Häuser (Stand Guide Michelin 2025), darunter:

  • Erno’s Bistro – seit den 1970er-Jahren eine Adresse für feine französische Küche, durchgehend mit Stern seit 1998. Holzvertäfelung, Weinflaschen, gelebte Bistro-Tradition.
  • Seven Swans – bekannt für eine konsequent reduzierte, oft pflanzenbetonte Küche am Mainufer.
  • Carmelo Greco – gehobene italienische Küche.
  • Sommerfeld – ein vergleichsweise junges Sternehaus im Bahnhofsviertel.

Wenn Sie ein Sternerestaurant besuchen wollen, buchen Sie unbedingt früh – die guten Tische sind oft Wochen im Voraus weg, und einige Häuser bieten abends nur Menüs an. Mittagsmenüs sind übrigens häufig der bezahlbarere Einstieg in die Spitzengastronomie.

Markthalle: essen wie die Frankfurter

Für mich der ehrlichste Ort zum Essen in der City ist die Kleinmarkthalle nahe der Konstablerwache. Hier kaufen die Frankfurter ihre Lebensmittel – und essen zwischendurch direkt an den Ständen: eine Wurst, frischen Fisch, Käse, dazu im Obergeschoss ein Schoppen Wein. Ein Mittagessen bekommen Sie hier für ca. 10 bis 15 Euro. Es ist laut, voll und absolut authentisch. Mein Tipp: zur Mittagszeit hingehen, einen Platz an einer Theke ergattern und sich treiben lassen.

Die Szene bleibt in Bewegung. Ein Beispiel für die jüngeren Strömungen ist „Eighty Nine“ im Designhotel Kennedy 89 in Sachsenhausen, das die populäre Levante-Küche in den Stadtteil gebracht hat. Solche Häuser zeigen, dass Frankfurt nicht zwischen „Apfelwein“ und „Sterne“ stehen bleibt, sondern eine breite, junge Mittelschicht an guten Restaurants hat.

Vegetarisch & vegan: Frankfurts grüne Szene

Frankfurt zählt inzwischen zu den spannendsten Städten Deutschlands für pflanzliche Küche – und das ist längst keine Nische mehr, sondern eine eigene, selbstbewusste Szene, vor allem im Nordend, in Bornheim und in der Innenstadt.

  • „Kuli Alma“ im Nordend kocht rein vegan mit israelisch-mediterraner Ausrichtung – farbenfroh, würzig und alles andere als Verzichtsküche.
  • „VEVAY“ in der Innenstadt hat sich ganz auf die vegetarische und vegane Linie spezialisiert, mit kreativen Anleihen aus der asiatischen, arabischen und amerikanischen Küche.
  • Wer es fein mag: Das Sternerestaurant „Seven Swans“ am Mainufer gilt als eine der besten pflanzenbasierten Adressen des Landes.

Auch viele klassische Lokale haben heute selbstverständlich gute fleischlose Gerichte auf der Karte – fragen Sie ruhig nach.

Frühstück & Brunch

Am Wochenende wird in Frankfurt ausgiebig gebruncht, und gute Adressen gibt es reichlich. „Sunny Side Up“ etwa serviert an den Standorten Westend und Nordend Bowls, hausgemachte Pancakes und Avocado-Toast. Für ein vegetarisch-veganes Brunch-Buffet ist „Bei Frau Nanna“ einen Besuch wert, das am Wochenende von 10 bis 14 Uhr aufgetischt wird. Mein Tipp: Beliebte Brunch-Spots sind samstags und sonntags schnell voll – reservieren Sie lieber vorab oder kommen Sie früh.

Frankfurter Spezialitäten, die Sie probieren sollten

Egal, wo Sie essen – ein paar lokale Klassiker gehören auf Ihre Liste:

  • Grüne Soße: die kalte Sauce aus sieben Kräutern (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch), meist mit Ei und Pellkartoffeln.
  • Handkäs mit Musik: Sauermilchkäse, mariniert in Essig, Öl und Zwiebeln – nichts für zarte Nasen, aber ein Muss.
  • Rippchen mit Kraut & Frankfurter Würstchen: herzhafte Klassiker der hessischen Küche.
  • Frankfurter Schnitzel: klassisch mit Grüner Soße serviert.
  • Süßes: Bethmännchen (Marzipangebäck mit drei Mandeln) und der Frankfurter Kranz.

Dazu gehört natürlich ein Schoppen Apfelwein – oder, wer es alkoholfrei mag, ein „Süßgespritztes“.

Reservieren, Preise & Trinkgeld

Ein paar praktische Dinge machen den Restaurantbesuch reibungslos:

  • Reservieren: In angesagten Lokalen wie „Kuli Alma“ oder „Tonka“ und generell am Wochenende ist eine Reservierung ratsam; für Sternehäuser oft Wochen im Voraus.
  • Preise: In Apfelweinlokalen und der Kleinmarkthalle essen Sie ein Hauptgericht meist für ca. 10 bis 15 Euro, in der gehobenen Mittelklasse eher 15 bis 30 Euro, in Sternehäusern liegen die Menüs deutlich höher.
  • Öffnungszeiten: Viele kleinere Lokale haben einen Ruhetag (häufig montags) – prüfen Sie das vorab.
  • Trinkgeld: In Deutschland sind etwa 5 bis 10 Prozent üblich, gern aufgerundet. Sagen Sie den gewünschten Gesamtbetrag beim Zahlen direkt an.
  • Mittags sparen: Viele Restaurants, auch gehobene, bieten unter der Woche günstigere Mittagskarten.

So finden Sie das richtige Lokal

Damit Sie nicht im falschen Viertel landen, hier meine Faustregeln:

  • Hessisch & traditionell: Sachsenhausen (Apfelweinlokale), abseits der lautesten Gassen.
  • International & szenig, abends von Bar zu Bar: Bahnhofsviertel.
  • Bodenständig & nachbarschaftlich: Nordend und Bornheim.
  • Besonderer Anlass / Sterneküche: Lafleur, Erno’s Bistro & Co. – früh reservieren.
  • Pflanzlich: Nordend und Innenstadt (Kuli Alma, VEVAY), fein bei Seven Swans.
  • Frühstück & Brunch: Westend und Nordend, am Wochenende reservieren.
  • Schnell, ehrlich, mittags: Kleinmarkthalle.
  • Reservieren: Am Wochenende in beliebten Vierteln fast überall ratsam. Für Sternehäuser Wochen im Voraus.

Fazit

Frankfurt isst besser, als viele denken. Die Stadt verbindet handfeste hessische Tradition mit einer weltoffenen, jungen Restaurantszene und einer erstaunlich dichten Spitzengastronomie. Statt sich auf ein einziges Lokal zu versteifen, würde ich Ihnen raten, die Viertel als Wegweiser zu nehmen: einen Abend hessisch in Sachsenhausen, einen im quirligen Bahnhofsviertel, mittags ein Streifzug durch die Kleinmarkthalle. So lernen Sie nicht nur gutes Essen kennen, sondern auch die ganz unterschiedlichen Gesichter dieser Stadt.

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