Rooftop-Bars & Restaurants mit Skyline-Blick in Frankfurt
Cocktails über den Dächern, Dinner mit Skyline-Panorama: Diese Rooftop-Bars und Höhenrestaurants zeigen Frankfurt von seiner spektakulärsten Seite – von Deutschlands höchster Bar bis zur sommerlichen Dachterrasse.
Frankfurt ist die einzige deutsche Großstadt mit einer echten Hochhaus-Skyline, und ich behaupte: Man versteht diese Stadt erst, wenn man sie einmal von oben gesehen hat. Der Blick aus der Häuserschlucht der Neuen Mainzer Straße ist beeindruckend – aber erst über den Dächern, mit einem Glas in der Hand und den leuchtenden Türmen zu Füßen, wird aus dem nüchternen Bankenviertel ein echtes Erlebnis. In den letzten Jahren sind einige Rooftop-Bars und Höhenrestaurants dazugekommen, andere sind unter neuem Namen wiedereröffnet, und ein paar viel gepriesene Adressen gibt es schlicht nicht mehr. Damit Sie nicht auf veraltete Listen hereinfallen, kommen hier meine ehrlichen Empfehlungen (Stand 2026): welche Adresse sich für welchen Anlass eignet, was Sie ungefähr ausgeben, wann Sie reservieren müssen – und wo Sie besser gar nicht erst hinfahren.
Ganz oben: die NFT Skybar im ONE Tower
Wenn es um reine Höhe geht, führt an der NFT Skybar kein Weg vorbei. Sie sitzt im 47. Stock des ONE Tower im Europaviertel, im Dachgeschoss des Design-Hotels nhow, rund 185 Meter über dem Boden – und gilt damit als höchste Bar Deutschlands. Der Clou ist die umlaufende Dachterrasse mit ihrem 360-Grad-Blick: An klaren Abenden schauen Sie über die gesamte Skyline hinweg bis zum Taunus, während direkt unter Ihnen die Züge in den Hauptbahnhof rollen. Drinnen gibt es eine stilvolle Bar mit kreativen Cocktails, sodass die NFT auch bei Regen und im Winter funktioniert; die Terrasse selbst ist naturgemäß wetterabhängig.
Praktisch und ungewöhnlich für ein Haus dieser Klasse: Reserviert wird hier nicht – Sie kommen einfach vorbei (Stand 2026). Geöffnet ist Dienstag bis Donnerstag von 18 bis 1 Uhr, freitags und samstags bis 2 Uhr, sonntags und montags bleibt die Bar geschlossen; letzter Einlass ist gegen Mitternacht. Der Dresscode lautet „smart casual“, also gepflegt, aber nicht steif. Wer im nhow übernachtet, kommt mit einer Begleitung kostenlos hinauf. Mein Tipp: Kommen Sie früh am Abend, sichern Sie sich einen Platz an der Terrassenbrüstung und bleiben Sie bis zum Sonnenuntergang – das ist einer der schönsten Sundowner der Stadt und nebenbei ein Volltreffer für einen Abend zu zweit als Paar.
Der Klassiker mit Stern: Main Tower Restaurant & Lounge
Über allem thront nach wie vor der Main Tower. Das Restaurant samt Lounge liegt im 53. Stock, rund 187 Meter hoch, an der Neuen Mainzer Straße 52–58. Die Küche von Martin Weghofer trägt einen Michelin-Stern, serviert werden mehrgängige Menüs (fünf bis sechs Gänge) hinter raumhohen Glasfronten – dies ist also kein offener Rooftop, sondern ein gläserner Höhensalon, was bei diesem Wind in der Höhe durchaus angenehm ist.
Ein paar Dinge sollten Sie wissen, bevor Sie sich zu sehr freuen: Der Besuch ist ausschließlich mit Reservierung möglich, und die ist begehrt – das Buchungssystem öffnet jeweils am 1. eines Monats für den Folgemonat. Restaurant und Lounge haben nur Dienstag bis Samstag geöffnet (Küche ab 18 Uhr, die Lounge ab 21 Uhr), sonntags und montags ist zu, und im Hochsommer gibt es eine mehrwöchige Betriebsferienpause. In der Lounge gilt ein Mindestverzehr von 30 Euro pro Person. Wer den Blick genießen möchte, ohne ein ganzes Menü zu buchen, geht tagsüber auf die öffentliche Aussichtsplattform des Main Tower – die ist deutlich günstiger und für viele Besucher der eigentliche Höhepunkt. Welche Aussichtspunkte sich sonst noch lohnen, habe ich in meinem Beitrag über die besten Aussichtspunkte auf die Frankfurter Skyline zusammengestellt.
Mittendrin zwischen den Türmen: 22nd Lounge & Bar im Eurotheum
Die 22nd Lounge & Bar liegt im 22. Stock des Eurotheum, im Hotel INNSiDE by Meliá an der Neuen Mainzer Straße 66–68 – also nur wenige Schritte vom Main Tower entfernt, mitten im Bankenviertel. Der Reiz liegt hier weniger in der absoluten Höhe als in der Nähe zur Skyline: Durch die Panoramafenster sitzen Sie auf Augenhöhe mit den Nachbartürmen, und der Blick auf „Mainhattan“ wirkt dadurch besonders urban und greifbar. Serviert werden handgemachte Cocktails und Mocktails, dazu kleine Gerichte, Tapas und Champagner. Die Bar ist eine reine Indoor-Adresse und damit ganzjährig und wetterunabhängig zu empfehlen. Am Wochenende und zur Feierabendzeit wird es voll – reservieren Sie lieber vorab.
Italienisch über den Dächern: Occhio d’Oro bei Flemings
Eine meiner liebsten Adressen für Gäste, die es unaufgeregter mögen, ist das Occhio d’Oro in der 7. Etage des Flemings Selection Hotel Frankfurt-City am Eschenheimer Tor 2. Schon der Weg hinauf ist ein Erlebnis: Ins historische Gebäude fährt man mit einem Paternoster. Oben erwarten Sie eine große Dachterrasse und eine markante 360-Grad-Bar mit Skyline-Blick, dazu eine italienische Küche mit toskanisch-florentinischem Einschlag. Geöffnet ist das Restaurant montags bis samstags ab 18 Uhr; wer den Ausblick lieber bei Tageslicht genießt, kommt zum Skyline-Brunch, der etwa von 12.30 bis 15 Uhr angeboten wird. Die offene Dachterrasse ist saisonal und wetterabhängig, die verglaste Bar funktioniert auch bei kühlerem Wetter. Übrigens: Das Eschenheimer Tor liegt direkt an der gleichnamigen U-Bahn-Station (U1/U2/U3/U8), Sie kommen also bequem ohne Auto hin. Wer Höhe und Frühstück verbinden möchte, findet weitere Ideen in meinem Artikel über Frühstück mit Aussicht in Frankfurt.
Spanisch und entspannt: das „oben“ im One Forty West
Nicht jede gute Aussicht braucht 180 Meter. Das Restaurant und die Skybar „oben“ liegen in der 15. Etage des One Forty West, dem Turm mit dem Meliá Frankfurt City, an der Senckenberganlage 13, rund 85 Meter über der Stadt. Die Höhe ist moderater als bei den ganz großen Türmen, dafür sitzen Sie nah am Palmengarten und schauen von der Panoramaterrasse über das Westend und – bei klarer Sicht – bis zum Taunus. Die Küche ist spanisch-mediterran. Schön für Spontane: In die Skybar kommen Sie in der Regel auch ohne Reservierung, solange Plätze frei sind, während man fürs Restaurant besser vorab bucht. Tagsüber gibt es einen Skyline-Lunch (Dienstag bis Donnerstag mittags), sonntags einen Skyline-Brunch (etwa 12 bis 15 Uhr). Für einen entspannten Abend mit Freunden ohne den Anzugzwang der Bankentürme ist das „oben“ ideal.
Am Wasser statt in der Höhe: Oosten am Osthafen
Nicht jeder Skyline-Blick kommt aus der Vertikale. Das Oosten liegt direkt am Main im Osthafen, in Sichtweite der Europäischen Zentralbank, und ist rund um einen historischen Verladekran gebaut. Von den weitläufigen Terrassen, dem Restaurant und der Bar haben Sie einen etwa 270-Grad-Blick über den Fluss und die Skyline – vom Wasser aus, nicht von oben, und genau das macht den Reiz aus. Über drei Etagen verteilen sich Restaurant, Bar und Lounge, gekocht wird mediterran mit frischen, saisonalen Zutaten. Ehrlich gesagt ist der Blick hier bei Sonnenuntergang, wenn sich die Türme im Main spiegeln, fast schöner als aus mancher Höhenbar. Perfekt für einen langen Nachmittag, der in den Abend übergeht.
Nur im Sommer: GAIA, das frühere „Long Island Summer Lounge“
Ein Wort zur Ehrlichkeit, weil das viele Listen noch falsch führen: Die beliebte Long Island Summer Lounge auf dem Dach des Parkhauses an der Börse gibt es unter diesem Namen nicht mehr. Seit dem Umbau 2022 heißt die Adresse GAIA – eine sommerliche Rooftop-Lounge mit mediterraner Küche, Cocktails und sogar einem Pool, im lässigen Beach-Club-Stil. Sie liegt auf dem obersten Parkdeck an der Kaiserhofstraße 12 mitten in der Innenstadt und bietet einen weiten Rundumblick auf die Skyline. Wichtig: Der Betrieb ist rein saisonal, meist von April bis in den Spätsommer, und es kann ein kleiner Eintritt anfallen. Wer im Winter herkommt, steht vor verschlossenen Toren – prüfen Sie also vorab, ob gerade geöffnet ist.
Mit Flugzeug-Panorama: The Roof im b’mine am Flughafen
Eine ganz eigene Kategorie ist The Roof im b’mine Hotel Frankfurt in den Gateway Gardens, direkt neben dem Flughafen (Georg-Baumgarten-Straße 1). In der 12. Etage erwartet Sie ein 170 Quadratmeter großes Rooftop mit Restaurant, Bar und Lounge – und einem Doppelpanorama, das es so nur hier gibt: auf der einen Seite die startenden und landenden Maschinen des Frankfurter Flughafens, auf der anderen die ferne Skyline. Das Hotel ist berühmt für seine CarLofts, bei denen Gäste ihr Auto per Lift bis vors Zimmer bringen können – ein Gag, der zum verspielten Charakter des Hauses passt. Für Flugzeug-Fans, für die letzte Nacht vor einem frühen Flug oder einfach als ungewöhnliche Alternative zum Bankenviertel lohnt sich der Weg. Mit der S-Bahn erreichen Sie die Station Gateway Gardens in wenigen Minuten vom Flughafen oder aus der Stadt.
Was sich geändert hat – und wovon ich abrate
Zwei Hinweise, die Ihnen einen enttäuschten Abend ersparen können. Erstens das 25hours Hotel The Trip in der Niddastraße 58 im Bahnhofsviertel: Es ist ein charmantes Design-Hotel mit einer Dachterrasse, doch die ist in erster Linie ein Sonnendeck mit Sauna für Hausgäste – keine öffentliche Rooftop-Bar mit Skyline-Blick, wie es manchmal dargestellt wird. Als Gast schön, als Ausflugsziel nur bedingt geeignet.
Zweitens der oft empfohlene Henninger Turm in Sachsenhausen: Das markante „Fass“ ganz oben war einmal Frankfurts spektakulärster Aussichtsort, mit Restaurant und Terrasse. Die öffentliche Aussichtsterrasse ist jedoch bereits seit September 2019 dauerhaft geschlossen, und ein verlässliches, frei zugängliches Höhenrestaurant gibt es dort heute nicht mehr. Ältere Reiseführer nennen an dieser Stelle noch die „Franziska“ – planen Sie Ihren Abend nicht darauf. Am Fuß des Turms serviert das Brauhaus zwar weiterhin, aber eben ohne den Blick von oben.
Meine Tipps für den perfekten Rooftop-Abend
- Reservieren, wo nötig: Höhenrestaurants wie der Main Tower funktionieren nur mit Reservierung, die 22nd Lounge und das Occhio d’Oro füllen sich am Wochenende schnell. Die NFT Skybar und die Skybar im „oben“ nehmen dagegen bewusst keine oder kaum Reservierungen – dort zählt frühes Kommen.
- Den Sonnenuntergang timen: Kommen Sie etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang. So erleben Sie erst die Stadt bei Tageslicht und dann den Moment, in dem die Türme nacheinander zu leuchten beginnen – der beste Teil des Abends.
- Wetter mitdenken: Reine Dachterrassen (NFT, Occhio d’Oro, GAIA, The Roof) sind wetterabhängig, und in der Höhe ist es windiger und kühler, als man unten denkt. Bars mit Innenbereich (Main Tower, 22nd Lounge, „oben“) retten den Abend bei Regen.
- Dresscode beachten: „Smart casual“ ist fast überall die sichere Wahl; Sneaker und Kappe können an manchen Türen zum Problem werden.
- Preise realistisch einschätzen: Höhe kostet. Rechnen Sie mit gehobenen Getränkepreisen, in der Main-Tower-Lounge zusätzlich mit 30 Euro Mindestverzehr pro Person.
- Die günstige Alternative: Wer nur den Blick will, fährt tagsüber auf die öffentliche Aussichtsplattform des Main Tower – zum kleinen Eintritt und ganz ohne Reservierung. Danach lässt sich der Abend prima unten fortsetzen; Ideen dafür finden Sie in meinem Überblick, was man abends in Frankfurt machen kann.
Kaum etwas zeigt Frankfurt so eindrucksvoll wie ein Abend über den Dächern – vorausgesetzt, Sie wissen, wohin. Für das große Dinner mit Stern ist es der Main Tower, für den höchsten Sundowner die NFT Skybar, für einen entspannten Abend das „oben“ oder das Occhio d’Oro, und wenn im Sommer die Sonne scheint, das GAIA oder eine der Main-Terrassen am Wasser. Reservieren Sie, wo es nötig ist, timen Sie den Sonnenuntergang, packen Sie eine Jacke ein – und lassen Sie die glitzernde Skyline dann in Ruhe auf sich wirken. Schöner kann man sich von dieser Stadt kaum verabschieden.
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