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Veganes Frühstück in Frankfurt: Die besten Cafés & Brunch-Spots

Rührtofu mit Kurkuma, Hafer-Flat-White ohne Aufpreis und Kuchen, dem man das fehlende Ei nicht anschmeckt: Frankfurts pflanzliche Frühstücksszene ist erwachsen geworden. Hier sind meine erprobten Adressen, Viertel für Viertel.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
17. Juli 2026 akt. 2. August 2026
Veganes Frühstück mit Avocado-Toast und Bowl

Als ich vor gut zehn Jahren zum ersten Mal versuchte, in Frankfurt vegan zu frühstücken, bestand die Auswahl im Grunde aus schwarzem Kaffee und der Hoffnung, dass die Marmelade keine Gelatine enthielt. Das hat sich gründlich geändert. Heute bekomme ich in meinem eigenen Viertel, dem Nordend, an einem einzigen Vormittag Rührtofu mit Kurkuma, einen cremigen Hafer-Flat-White ohne Aufpreis und ein Stück Schokokuchen, dem kein Mensch ansieht, dass weder Ei noch Butter darin stecken. Frankfurt ist beim pflanzlichen Frühstück erwachsen geworden. Und weil sich diese Szene schneller dreht als jede andere in der Stadt – Läden öffnen, ziehen um, schließen wieder –, gebe ich Ihnen hier die Adressen weiter, die sich für mich über die Jahre bewährt haben: sortiert nach Vierteln, mit dem, was ich dort tatsächlich bestelle.

Wie pflanzlich Frankfurt inzwischen tickt

Frankfurt ist eine internationale Stadt mit einer neugierigen Esskultur, und das merkt man beim Frühstück besonders. Der Hafer-, Soja- oder Mandeldrink im Kaffee ist längst Standard – und in immer mehr Cafés kostet er keinen Aufpreis mehr, was ich als kleines, aber ehrliches Zeichen dafür lese, dass pflanzlich hier nicht mehr als Sonderwunsch behandelt wird. Wie weit die Entwicklung geht, zeigt vielleicht am besten, dass 2026 auf der Leipziger Straße in Bockenheim sogar eine rein vegane Fleischerei aufgemacht hat: An der Hausnummer 49 verkaufen zwei Brüder Wurst-, Aufschnitt- und Käsealternativen aus Soja, Seitan und Erbsenprotein, samt heißer Theke mit Currywurst und Leberkäs-Brötchen – alles ohne ein einziges tierisches Produkt.

Die spannendsten Frühstücksadressen liegen in den Wohnvierteln, nicht in der Bankencity: im Nordend, in Bornheim, in Bockenheim und rund um die Innenstadt. Manche Läden sind komplett vegetarisch oder rein vegan, andere haben eine gemischte Karte, auf der die pflanzlichen Gerichte klar ausgezeichnet sind. Wenn Sie einen breiteren Überblick über Frankfurts Frühstücks- und Brunch-Kultur suchen, finden Sie den in meinem großen Café-Guide zu Frühstück und Brunch – dieser Text hier bleibt bewusst beim rein Pflanzlichen.

Nordend: Bowls, Pancakes – und ein israelischer Sonntagsbrunch

Meine erste Adresse ist das Sunny Side Up in der Gluckstraße 21. Das Café ist zu hundert Prozent vegetarisch, mit einer großen Zahl veganer und glutenfreier Gerichte und größtenteils ohne raffinierten Zucker – klingt nach Verzicht, schmeckt aber nach dem Gegenteil. Gefrühstückt wird hier den ganzen Vormittag: Superfood-Bowls, cremiger Porridge, fluffige Pancakes und belegte Sandwiches, dazu Specialty Coffee, Matcha-Spezialitäten und frisch gepresste Säfte. Fragen Sie nach den veganen Varianten, dann bekommen Sie fast alles pflanzlich. Sunny Side Up gibt es inzwischen dreimal in der Stadt – neben dem Nordend auch im Westend (Bockenheimer Landstraße 9) und in Sachsenhausen (Hans-Thoma-Straße 1). Geöffnet ist täglich ab morgens, die warme Küche endet am frühen Nachmittag (Stand 2026).

Ein paar Straßen weiter, in der Zum-Jungen-Straße 10, kocht das Kuli Alma – ein rein veganes israelisches Restaurant, das ich vor allem für den Sonntagsbrunch liebe. Hummus, der so cremig ist, dass man das fehlende Ei vom Frühstückstisch gar nicht vermisst, dazu Falafel, Sabich, warmes Fladenbrot und Salate in kleinen Schälchen. Unter der Woche ist Kuli Alma eher ein Mittag- und Abendlokal, aber sonntags wird daraus ein ausgedehntes, geselliges Frühstück – kommen Sie hungrig und nehmen Sie sich Zeit.

Bornheim: wo sogar der Kuchen vegan ist

Bornheim rund um die Berger Straße ist für mich das Herz der Frankfurter Café-Kultur, und pflanzlich frühstückt es sich hier besonders gut. Das jüngste meiner Lieblingscafés ist das Café Wolke in der Berger Straße 253 auf der oberen Berger. Die Karte ist vegetarisch-vegan, die Kuchen sind sogar ausnahmslos vegan, und Milchalternativen kosten keinen Cent extra. Geöffnet ist von Mittwoch bis Sonntag; montags und dienstags ist Ruhetag (Stand 2026) – ein Fehler, den ich schon einmal gemacht habe und Ihnen ersparen möchte.

Gleich um die Ecke, in der Eichwaldstraße 2, liegt die Morcolade, ein Café mit eigener Backstube. Täglich steht hier mindestens ein veganer Kuchen in der Vitrine, und die Frühstückskarte reicht von veganer Shakshuka über Sabich-Burger und Hummus bis zu den Tel-Aviv-inspirierten „TLV“-Brötchen. Weil hier selbst gebacken wird, ist das Brot ein echtes Argument – und die Morcolade hat als eines der wenigen Cafés im Viertel auch werktags früh und durchgehend geöffnet.

Etwas nördlicher, am Bornheimer Friedhof in der Dortelweiler Straße 87, versteckt sich das Café Menthe – für mich der schönste Rückzugsort der Liste. Es ist an einen Pflanzenladen angeschlossen und fühlt sich an wie ein begrünter Wintergarten. Die Küche ist vegetarisch mit starkem veganem Fokus: veganes Frühstück mit frischen Aufstrichen, Porridge mit Banane oder eine Power-Bowl, dazu vegane Kuchen wie ein saftiger Apfelstreusel. Wenn Sie nach dem Frühstück ohnehin an der Berger Straße bummeln wollen, lohnt sich mein Spaziergang durch Bornheim und die Berger Straße als Anschlussprogramm.

Innenstadt und Bockenheim: Frühstück zwischen Zeil und Uni

Wer zentral, zwischen zwei Shopping-Runden auf der Zeil, pflanzlich frühstücken möchte, ist im Roseli in der Weißadlergasse 9 gut aufgehoben – nur ein paar Schritte von der Hauptwache entfernt. Das Café führt eine große Auswahl an veganen und glutenfreien Frühstücks- und Lunchgerichten sowie hausgemachte Kuchen, und die ruhige Terrasse in der schmalen Gasse ist eine kleine Oase mitten im Trubel. Geöffnet ist täglich, auch sonntags.

In Bockenheim, dem Uni-Viertel, mag ich das Fridas Café in der Leipziger Straße 108. Das internationale Frühstück wird hier im Tapas-Stil serviert, in vielen kleinen Schälchen, sodass man sich quer durch die Karte probieren kann – vegetarische und vegane Optionen inklusive. Und wenn es schnell und herzhaft gehen soll, hole ich mir ein paar Häuser weiter, an der schon erwähnten Leipziger Straße 49, in der rein veganen Fleischerei ein warmes Brötchen für unterwegs. Kein klassisches Café-Frühstück, aber ein sehr Frankfurter Weg, den Morgen pflanzlich zu beginnen.

Was ich bestelle – und was ein gutes veganes Frühstück ausmacht

Ein pflanzliches Frühstück ist bunt und alles andere als Verzicht. Diese Dinge bestelle ich immer wieder, und auf den Karten der genannten Läden finden Sie sie in der einen oder anderen Form:

  • Rührtofu (Tofu Scramble): die pflanzliche Antwort auf Rührei, mit Kurkuma für die Farbe und oft mit Gemüse und Kala Namak, dem Schwarzsalz, das den leicht eiigen Geschmack bringt.
  • Avocado-Toast: am besten auf gutem Sauerteigbrot, mit Tomaten, Sprossen und ein paar Kernen.
  • Pancakes und French Toast: ohne Ei und Milch, dafür mit Pflanzendrink, Ahornsirup und frischem Obst.
  • Bowls, Porridge und Overnight Oats: Haferbrei mit Früchten, Nüssen und Samen – sättigend, ohne schwer zu machen.
  • Shakshuka und Sabich: die herzhafte, orientalisch geprägte Fraktion, die in Frankfurt vom starken israelischen Einfluss profitiert.
  • Veganes Gebäck und Kuchen: vom veganen Croissant bis zum Schokokuchen – oft der ehrlichste Test, wie ernst ein Café es meint.
  • Kaffee mit Pflanzendrink: Hafer, Soja oder Mandel, in guten Läden ohne Aufpreis.

Wer den orientalischen Zweig mag – Shakshuka, Hummus, Mezze am Morgen –, dem lege ich auch das türkische Frühstück in Frankfurt ans Herz; vieles davon lässt sich mühelos pflanzlich bestellen.

Wochenende: Brunch mit Zeit

Wenn ich am Samstag oder Sonntag richtig Zeit habe, fahre ich gern ins Ostend zu Bei Frau Nanna am Ernst-Achilles-Platz 3, nur wenige Schritte vom Ostbahnhof. Das vegetarisch-vegane Brunch-Buffet wird an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 14 Uhr aufgebaut und kostet 25,90 Euro pro Person (Kinder bis 11 Jahre 13,90 Euro, unter 6 Jahre essen frei; Stand 2026). Es gibt vegane Waffeln und Pancakes, frische Croissants, cremigen Hummus, Shakshuka und dazu Orangensaft und Pflanzen-Cappuccino – alles pflanzlich, ohne dass man aufpassen müsste. Für Buffets und beliebte Brunch-Cafés gilt am Wochenende ohnehin: reservieren Sie, wenn möglich, sonst stehen Sie samstags um elf schnell in der Warteschlange.

Der zweite Wochenend-Klassiker ist, wie erwähnt, der Sonntagsbrunch im Kuli Alma – die geselligere, würzigere Variante, wenn Ihnen der Sinn eher nach Hummus als nach Pancakes steht.

Mein veganer Frühstückssamstag

Wenn mich Freunde von auswärts fragen, wie ein perfekter pflanzlicher Frühstücksmorgen aussieht, schicke ich sie meist auf diese Runde: Starten Sie früh im Sunny Side Up im Nordend, solange die Bowls noch in Ruhe zubereitet werden und der erste Ansturm ausbleibt. Danach schlendern Sie hinüber und die Berger Straße hinauf nach Bornheim – der Weg allein ist schon ein Vergnügen. Dort gönnen Sie sich einen zweiten Kaffee und ein Stück veganen Kuchen im Café Wolke oder holen sich frisches Gebäck bei der Morcolade. Wer es an diesem Vormittag noch grün mag, lässt den Morgen im Wintergarten des Café Menthe ausklingen. Und wenn wirklich viel Zeit ist, ersetzen Sie das Ganze durch den ausgedehnten Wochenend-Brunch bei Frau Nanna – dann brauchen Sie den Rest des Tages allerdings nichts mehr.

Was mich an Frankfurts pflanzlicher Frühstücksszene am meisten freut, ist genau diese Selbstverständlichkeit: Niemand schaut mehr schräg, wenn man nach Haferdrink fragt, und die veganen Kuchen sind oft die besten in der Vitrine. Weil sich die Szene weiterdreht, prüfen Sie vor einem gezielten Besuch kurz die aktuellen Öffnungszeiten – gerade die kleinen Läden haben feste Ruhetage. Ansonsten gilt: einfach hingehen, sich Zeit lassen und sich überraschen lassen, wie gut ein Morgen ganz ohne tierische Produkte schmecken kann.

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