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Ausflüge

Ausflug mit Kindern rund um Frankfurt: Die schönsten Ziele im Freien

Zwei Zoos, ein Mittelgebirge vor der Haustür und ein Freizeitpark im Wald: Diese Ausflüge im Freien begeistern Kinder – und viele erreichen Sie mit S-Bahn, Taunusbahn oder Feldbergbus.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
28. Juli 2026 akt. 2. August 2026
Familienausflug in die Natur rund um Frankfurt
Foto: Filip Rankovic Grobgaard / Pexels

Meine Nichte war vier, als sie im Opel-Zoo zum ersten Mal einer Giraffe direkt in die Augen sah – von der Fütterungsplattform aus, das Tier so nah, dass ihr vor Staunen der Mund offen stehen blieb. Solche Momente lassen sich rund um Frankfurt in erstaunlicher Dichte sammeln, und das Schöne daran: Die meisten liegen draußen an der frischen Luft, und viele erreichen Sie ganz ohne Auto. In diesem Beitrag geht es genau um diese Tage – die großen Ausflüge nach draußen, von den beiden Zoos über den Taunus bis zum Freizeitpark im Wald. Ich sortiere die Ziele so, wie ich sie selbst plane: nach Alter der Kinder, nach Aufwand und nach Wetter. Und falls es doch regnet, verrate ich Ihnen am Ende, wo Sie stattdessen hingehen.

Zwei Zoos, zwei ganz unterschiedliche Charaktere

Frankfurt hat das seltene Glück, gleich zwei richtig gute Tiergärten in Reichweite zu haben – und sie ergänzen sich perfekt.

Der Zoo Frankfurt liegt mitten in der Stadt am Ostend, in der Bernhard-Grzimek-Allee 1 (60316 Frankfurt), und gehört mit Gründungsjahr 1858 zu den ältesten Zoos Deutschlands. Sie fahren mit der U-Bahn U6 oder U7 bis zur Station „Zoo“, direkt vor dem Tor, alternativ mit der Straßenbahnlinie 14. Der Eintritt liegt bei etwa 12 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder von 6 bis 17 Jahren, jüngere Kinder kommen frei hinein (Stand 2026). Im Sommerhalbjahr (rund Ende März bis Ende Oktober) ist von 9 bis 19 Uhr geöffnet, im Winter bis 17 Uhr. Für Kinder sind das nachtaktive Grzimek-Haus, das Exotarium mit Reptilien und Fischen und der Menschenaffen-Wald „Borgori-Wald“ die Höhepunkte. Wer den Zoobesuch im Detail plant, findet in meinem eigenen Beitrag zum Zoo Frankfurt alle Preise, die besten Fütterungszeiten und Tipps gegen den Andrang.

Ganz anders der Opel-Zoo in Kronberg im Taunus (Am Opel-Zoo 3, 61476 Kronberg). Er liegt am Waldrand, ist weitläufig und hügelig, und sein größter Vorzug für Familien ist der Platz: Hier laufen Kinder zwischen Elefanten, Giraffen und Gehegen mit Ziegen und Kängurus umher, ohne dass es je eng wird. 2026 feiert der Zoo seinen 70. Geburtstag. Der Eintritt ist mit 18,50 Euro für Erwachsene und 10,50 Euro für Kinder von 3 bis 14 Jahren spürbar höher als in Frankfurt (Stand 2026), dafür bekommt man viel Auslauf für einen ganzen Tag. Geöffnet ist täglich; im Sommer bis 19 Uhr, im Winter bis 17 Uhr. Mit der Bahn fahren Sie die S4 bis Kronberg und steigen dort in die Buslinie 261, X26 oder X27 bis zur Haltestelle „Opel-Zoo“ um; mit dem Auto geht es über die B455 zwischen Kronberg und Königstein, kostenlose Parkplätze gibt es direkt am Gelände. Mein Tipp: Verbinden Sie den Besuch mit einem Abstecher zur Burg Kronberg – die mittelalterliche Höhenburg ist zu Fuß erreichbar und krönt den Ausflug im Wortsinn.

Am Wasser und im Grünen: Mainufer, GrünGürtel und eine Bootstour

Man muss Frankfurt nicht verlassen, um mit Kindern einen ganzen Tag im Freien zu verbringen. Das Mainufer ist dafür wie gemacht: Auf der Sachsenhäuser Seite reihen sich zwischen Eisernem Steg und Deutschherrnbrücke Wiesen, Spielplätze und Eisdielen aneinander, und der asphaltierte Uferweg ist ideal für Laufrad, Roller und die ersten Fahrradkilometer. Wer weiter will, folgt dem GrünGürtel, dem rund 75 Kilometer langen grünen Ring aus Wäldern, Wiesen und Bachtälern, der die ganze Stadt umschließt und komplett ausgeschildert ist. Für Familien reichen schon einzelne Abschnitte – etwa die Nidda-Auen im Nordwesten mit ihren flachen Wegen und Grillwiesen.

Der Klassiker unter den Frankfurter Kinderausflügen ist aber die Bootstour auf dem Main. Die Primus-Linie legt am Mainkai unweit des Eisernen Stegs ab und bietet kürzere Rundfahrten von etwa 50 Minuten sowie längere Touren von rund 100 Minuten an, im Sommerhalbjahr täglich am Nachmittag. Vom Wasser aus sieht die Skyline noch einmal ganz anders aus, und für kleine Kinder ist allein das Schiff schon das Erlebnis. Tickets bekommen Sie an Bord oder vorab online. Wollen Sie den Tag typisch frankfurterisch ausklingen lassen, steigen Sie danach in den Ebbelwei-Express, die bimmelnde Apfelwein-Straßenbahn, die als gemütliche Rundfahrt durch die Innenstadt selbst zur Attraktion wird. Und der große botanische Klassiker, der Palmengarten im Westend, gehört ohnehin zu den zuverlässigsten Familienzielen der Stadt: viel Wiese, Weiher mit Ruderbooten, eine Miniatur-Eisenbahn und – für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre kostenlos.

Der Taunus vor der Haustür: Großer Feldberg

Nordwestlich der Stadt beginnt der Taunus, und sein höchster Punkt ist ein lohnendes Ziel für Familien mit größeren Kindern: der Große Feldberg mit 879 Metern, die höchste Erhebung des gesamten Mittelgebirges. Oben erwartet Sie ein weites, luftiges Plateau mit einem 40 Meter hohen Aussichtsturm, dem markanten Fernmeldeturm und dem 2022 wiedereröffneten Feldberghaus, in dem es ein Restaurant und einen Biergarten gibt. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit über die Rhein-Main-Ebene. Das Gipfelplateau ist perfekt zum Drachensteigen, und im Winter liegt hier nicht selten Schnee, wenn es unten längst grau ist.

Das Beste: Sie brauchen kein Auto. An Wochenenden und Feiertagen fährt der Feldbergbus, die Linie 57, von der U-Bahn-Endstation „Oberursel-Hohemark“ (U3) über Oberreifenberg direkt bis zum Gipfel und weiter bis zum Bahnhof Königstein. Mit dem Auto erreichen Sie den großen (gebührenpflichtigen) Parkplatz kurz unterhalb des Gipfels. Für kleinere Kinder wählen Sie am besten einen der kurzen Rundwege rund ums Plateau statt einer langen Wanderung – so bleibt genug Kraft für die Aussicht und ein Eis am Feldberghaus.

Bauernhof und Zeitreise: Lochmühle und Hessenpark

Wenn ich einen Tag mit garantiertem Erfolg bei kleineren Kindern planen soll, fällt meine Wahl fast immer auf den Freizeitpark Lochmühle in Wehrheim (Lochmühle 1, 61273 Wehrheim). Der Park liegt zwischen Streichelgehegen und Wald und verbindet sanfte Fahrgeschäfte mit rund tausend Tieren, einem landwirtschaftlichen Lehrpfad und viel Platz zum Toben – vom Familien-Coaster „Eichhörnchen“ über Ponyreiten und Trampoline bis zur Kükenaufzucht. Das Schöne für den Geldbeutel: Alle Attraktionen sind im Eintritt enthalten, es gibt keine Extra-Kassen an den Fahrgeschäften. Kinder unter 100 Zentimetern kommen frei hinein, ab 100 Zentimetern kosten Erwachsene wie Kinder 22,50 Euro, Senioren 16,50 Euro (Stand 2026). Die Saison 2026 läuft vom 28. März bis 18. Oktober, geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr, letzter Einlass um 16.30 Uhr. Und die Anreise ist ein Geschenk: Der Haltepunkt „Saalburg“ der Taunusbahn (Linie RB15 ab Frankfurt über Bad Homburg und Friedrichsdorf) liegt praktisch direkt am Park. Gleich nebenan steht übrigens das rekonstruierte Römerkastell Saalburg – wer mag, verbindet beides zu einem vollen Tag.

Etwas anders, aber ebenso lohnend ist das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach (Laubweg 5, 61267 Neu-Anspach). Auf dem weitläufigen Gelände wurden rund hundert historische Fachwerkhäuser aus ganz Hessen wieder aufgebaut – ein ganzes Dorf zum Durchlaufen, mit Marktplatz, Handwerksvorführungen, alten Nutztierrassen und Feldern. Kinder können hier stundenlang zwischen Scheunen und Ställen umherstreifen, während Erwachsene in die Alltagsgeschichte eintauchen. Erwachsene zahlen 14 Euro, Kinder, Schüler und Studierende kommen frei hinein, die Familienkarte Hessen kostet 26 Euro, und freitags ist der Eintritt halbiert (Stand 2026). Von März bis Oktober ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet (Einlass bis 17 Uhr), von November bis Februar nur an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Am bequemsten kommen Sie mit dem Auto über die A5 und die B456; planen Sie ruhig einen ganzen Tag ein, denn das Gelände ist überraschend groß.

Fahrgeschäfte und Kletterspaß: Taunus Wunderland und Kletterwald

Für Kinder, die es etwas wilder mögen, führt der Weg ins Taunus Wunderland bei Schlangenbad in der Nähe von Wiesbaden (Haus zur Schanze 1, 65388 Schlangenbad). Der familiengeführte Park existiert seit 1966 und ist im Wald angelegt; in vier Themenbereichen warten unter anderem die Achterbahn „Wilde Maus“, die Wasserrutsche „Traubenrutsche“ und der Freifallturm „Knall & Fall“. Wie in der Lochmühle sind sämtliche Fahrten im Eintritt enthalten – einmal zahlen, unbegrenzt fahren. Die aktuellen Tagespreise finden Sie im Ticketshop des Parks; am einfachsten erreichen Sie ihn mit dem Auto über die B275 und die L3037.

Für den kleinen Nervenkitzel zwischendurch, und für ältere Kinder ein echtes Highlight, ist ein Kletterwald. Der Fun Forest AbenteuerPark im Leonhard-Eißnert-Park am Offenbacher Stadtwald – vom Frankfurter Zentrum in knapp einer halben Stunde erreichbar – bietet 17 Parcours in bis zu 14 Metern Höhe, verteilt über 160 Bäume und mehr als 13 Kilometer Stahlseil. Für die Kleinen gibt es niedrige Übungsparcours dicht über dem Boden, für Größere anspruchsvolle Routen mit Seilrutschen. Gesichert wird jeder mit Gurt und Einweisung. Solche Angebote sind wetterabhängig und arbeiten oft mit Zeitfenstern, daher lohnt es sich, den Slot vorab zu reservieren.

Meine erprobten Familien-Routen

Nach vielen eigenen Ausflügen plane ich am liebsten nach diesem Muster:

  • Kleine Kinder, schöner Tag: Lochmühle (alles inklusive, kurze Wege) oder Palmengarten mit der kleinen Eisenbahn. Beides ist entspannt und hat Rückzugsorte für Nickerchen.
  • Größere Kinder, Bewegungsdrang: Kletterwald in Offenbach am Vormittag, danach Eis am Mainufer – oder ein Tag im Taunus Wunderland.
  • Tiere und Natur: Vormittags Opel-Zoo, nachmittags ein kurzer Rundweg am Feldberg. Beides liegt im Taunus und lässt sich mit dem Auto gut verbinden.
  • Stadt und Wasser: Mainuferspaziergang, Bootstour mit der Primus-Linie und zum Abschluss eine Runde im Ebbelwei-Express.
  • Ganzer Tag mit der Bahn: Taunusbahn zur „Saalburg“, vormittags Römerkastell, nachmittags Lochmühle – ohne einmal ins Auto zu steigen.

Ein paar Dinge helfen an jedem dieser Tage: früh starten, solange Kinder aufnahmefähig und die Ziele leer sind; ein Picknick einpacken, gerade im Taunus und im Hessenpark; und sich bewusst auf eine Hauptattraktion pro Tag beschränken. Lieber ein Ziel in Ruhe als zwei im Eiltempo.

Und wenn der Himmel morgens schon grau hängt? Dann weiche ich nach drinnen aus – die besten Ideen für graue Tage habe ich in Frankfurt bei Regen mit Kindern gesammelt, und für Dinosaurier, Mitmach-Stationen und andere wetterfeste Klassiker lohnt der Blick in meinen Überblick zu den Museen für Kinder in Frankfurt. Das Gute an dieser Region ist ja gerade die Auswahl: Ob Zoo, Wald, Bauernhof oder Freizeitpark – für jedes Alter, jedes Wetter und jede Kondition liegt das passende Ziel weniger als eine Stunde entfernt.

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