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Flughafen & Anreise

Mietwagen am Flughafen Frankfurt: Anbieter & Abholung

Terminal 2 ist zu, dafür gibt es das neue Terminal 3: Wo Sixt, Hertz, Avis & Co. heute stehen, was Sie an der Theke brauchen – und wann sich der Wagen überhaupt lohnt.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
16. Juni 2026 akt. 2. August 2026
Mietwagen am Flughafen Frankfurt
Foto: Dương Nhân / Pexels

Der erste Kaffee nach der Landung, dann ab auf die Autobahn – für viele beginnt der Deutschlandaufenthalt genau so: mit einem Mietwagen ab dem Flughafen Frankfurt. Ich hole hier selbst regelmäßig Wagen ab, mal für Besuch, mal für ein langes Wochenende im Rheingau, und die gute Nachricht vorweg: Am FRA an ein Auto zu kommen ist unkompliziert. Man muss nur wissen, wo die Vermieter seit 2026 tatsächlich sitzen – denn hier hat sich einiges verschoben. Wer aus Gewohnheit zum falschen Terminal läuft, verliert im schlimmsten Fall eine halbe Stunde mit Gepäck. Damit Ihnen das nicht passiert, gehen wir das der Reihe nach durch: Abholorte, Anbieter, Papiere, Versicherung, Tanken – und die Frage, ob sich der Mietwagen für Ihre Reise überhaupt rechnet.

Was sich 2026 geändert hat – und warum Terminal 2 wegfällt

Die große Neuerung dieses Jahres ist das Terminal 3, das am 23. April 2026 in Betrieb ging. Kurz darauf, am 9. Juni 2026, wurde Terminal 2 komplett geschlossen – es wird für rund 1,5 Milliarden Euro über Jahre grundsaniert. Für Mietwagen heißt das ganz konkret: Das frühere Car Rental Center in Terminal 2 gibt es nicht mehr. Weder abholen noch zurückgeben ist dort möglich. Wenn Sie also einen älteren Reiseführer oder eine ältere Buchungsbestätigung vor sich haben, auf der von „Terminal 2“ die Rede ist, ignorieren Sie das – die Vermieter sind umgezogen.

Heute finden Sie die Mietwagen an zwei Stellen (Stand 2026):

  • Terminal 1: Das Car Rental Center liegt in Halle A, im Bereich der Airport City Mall – eine Ebene über dem Regionalbahnhof. Nach der Ankunft folgen Sie einfach der Beschilderung „Car Rental / Mietwagen“ Richtung Halle A. Das ist das größere der beiden Zentren, hier sitzen alle Anbieter beisammen.
  • Terminal 3: Das neue Terminal hat ein eigenes Car Rental Center auf der Ankunftsebene. Wer in Terminal 3 landet, bleibt also im Haus und folgt der Mietwagen-Beschilderung.

Landen Sie in Terminal 3, holen Sie Ihr Auto am besten auch dort ab – das erspart Ihnen jeden Terminalwechsel. Nur wenn Ihr Vermieter Ihre gebuchte Klasse ausschließlich an Terminal 1 bereitstellt, müssen Sie hinüber. Prüfen Sie das im Zweifel bei der Buchung; die Bestätigung nennt in der Regel das genaue Abholzentrum.

Zwischen den Terminals: so kommen Sie zum Auto

Falls Sie doch das Terminal wechseln müssen, ist das machbar, kostet aber Zeit. Zwischen den Terminals verkehrt ein kostenloser Shuttlebus, tagsüber alle zwei bis drei Minuten, nachts seltener. Die Fahrt selbst dauert nur wenige Minuten. Der bekannte Sky-Line-Zug verbindet die Terminals normalerweise ebenfalls, war 2026 aber zeitweise für technische Arbeiten außer Betrieb – verlassen Sie sich im Zweifel auf den Bus und schauen Sie kurz auf die Anzeigen vor Ort.

Ein Punkt, den viele unterschätzen: Der Weg zwischen Terminal 1 und Terminal 3 führt über eine erneute Sicherheitskontrolle. Für die reine Mietwagenabholung nach der Landung ist das meist unkritisch, weil Sie ja im öffentlichen Bereich unterwegs sind – aber rechnen Sie mit ein paar zusätzlichen Minuten Fußweg und Wartezeit. Wenn Sie mit müden Kindern oder viel Gepäck reisen, ist es entspannter, gleich am Ankunftsterminal abzuholen, sofern das geht.

Die Anbieter – und warum Sie vorher buchen sollten

Am FRA sind alle großen Namen vertreten, und im Car Rental Center liegen ihre Schalter direkt nebeneinander:

  • Sixt
  • Hertz
  • Avis
  • Europcar
  • Enterprise (mit den Schwestermarken National und Alamo)
  • Buchbinder
  • Budget

Dass die Theken beisammenliegen, hat einen praktischen Vorteil: Wer ohne Reservierung dasteht, kann die Angebote direkt vergleichen. Mein klarer Rat ist trotzdem, vorab online zu buchen. Die Laufkundenpreise an der Theke sind erfahrungsgemäß deutlich höher als eine rechtzeitige Reservierung, und in den hessischen Schulferien oder rund um große Messen (IAA, Buchmesse, Automechanika) werden gerade die günstigen Klassen knapp. Buchen Sie früh, filtern Sie nach dem konkreten Abholort „Frankfurt Airport“, und lesen Sie das Kleingedruckte zu Kilometerbegrenzung und Selbstbeteiligung, bevor Sie zahlen.

Ein Wort zu Einwegmieten: Wenn Sie den Wagen nicht in Frankfurt, sondern etwa in München, Berlin oder im Ausland abgeben wollen, geht das bei den meisten großen Anbietern (Sixt, Europcar, Enterprise und andere) – kostet aber eine Einweggebühr, die bei grenzüberschreitenden Fahrten spürbar ausfällt. Klären Sie das unbedingt bei der Buchung, nicht erst an der Theke.

Was Sie an der Theke brauchen

Legen Sie sich diese Dokumente schon vor der Landung griffbereit zurecht:

  • Führerschein des Hauptfahrers. Innerhalb der EU reicht der nationale Führerschein. Kommen Sie von außerhalb der EU (etwa aus den USA, Kanada, Japan oder China), brauchen Sie in der Regel einen internationalen Führerschein zusätzlich zum Original aus der Heimat – der internationale allein genügt nicht.
  • Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers. Sie ist für die Kaution fast immer zwingend; der Vermieter blockiert darauf einen Betrag. Reine Debit- oder Prepaidkarten werden häufig nicht akzeptiert – das ist der klassische Grund, warum Reisende trotz Buchung ohne Auto dastehen.
  • Personalausweis oder Reisepass zur Identitätsprüfung.
  • Buchungsbeleg, falls Sie vorab reserviert haben.

Beachten Sie außerdem das Mindestalter: Meist müssen Sie 21 sein, und unter 25 fällt bei vielen Anbietern ein Jungfahrer-Zuschlag an; für hochwertige Klassen liegt die Grenze oft höher. Wollen Sie zu zweit fahren, lassen Sie den Zusatzfahrer direkt im Vertrag eintragen – fährt sonst jemand ohne Eintrag, greift im Schadensfall unter Umständen keine Versicherung.

Versicherung, Selbstbeteiligung und die Tankfalle

Die Haftpflicht ist bei deutschen Mietwagen immer dabei. Entscheidend ist die Kaskoversicherung und vor allem Ihre Selbstbeteiligung (der Betrag, den Sie im Schadensfall selbst tragen). Standardtarife enthalten oft eine Kasko mit hoher Selbstbeteiligung – bei einem Kratzer kann da schnell ein vierstelliger Betrag im Raum stehen. Sie können die Selbstbeteiligung gegen Aufpreis reduzieren oder gleich einen Tarif mit niedriger Selbstbeteiligung buchen. Achten Sie zusätzlich auf typische Ausschlüsse: Reifen, Glas, Unterboden und das Dach sind in vielen Basistarifen nicht mitversichert. Wer öfter mietet, fährt mit einer separaten Jahres-Restkostenversicherung eines Drittanbieters oft günstiger als mit dem Schutz an der Theke – aber das rechnet sich nur, wenn Sie im Schadensfall auch in Vorleistung gehen können.

Die zweite Kostenfalle ist die Tankregelung. Am günstigsten fahren Sie fast immer mit „voll abholen, voll zurückgeben“. Finger weg von Modellen, bei denen Sie den vollen Tank vorab bezahlen und leer zurückgeben („voll/leer“) – den nicht verfahrenen Sprit sehen Sie nie wieder, und die Literpreise der Vermieter sind saftig. Tanken Sie vor der Rückgabe lieber selbst, und zwar nicht direkt am Flughafen: Die Tankstellen an den Ausfallstraßen sind meist deutlich billiger als die letzte Zapfsäule vor dem Terminal.

Abholung und Rückgabe Schritt für Schritt

Nach dem Papierkram an der Theke holen Sie den Wagen im zugehörigen Parkhaus ab. Mein wichtigster Tipp aus vielen Mietvorgängen: Fotografieren Sie das Auto vor der Abfahrt rundum – jeden vorhandenen Kratzer, die Felgen, den Innenraum und den Tankstand. Zwei Minuten mit dem Handy ersparen Ihnen bei der Rückgabe jede Diskussion über angebliche Neuschäden. Kontrollieren Sie gleich, ob eine Umweltplakette an der Windschutzscheibe klebt (dazu unten mehr) und ob das Warndreieck, die Warnweste und der Verbandkasten an Bord sind – in Deutschland sind diese Pflicht.

Die Rückgabe ist an Terminal 1 und Terminal 3 möglich. Folgen Sie auf der Anfahrt frühzeitig den Schildern „Car Rental Return / Mietwagenrückgabe“, sie führen Sie ins richtige Parkhaus. Planen Sie großzügig Puffer ein: Wagen abstellen, Vertrag abschließen lassen, dann erst mit dem Gepäck zum Check-in. Vor einem Flug rechne ich mindestens eine halbe Stunde zusätzlich für diesen Ablauf – und denken Sie ans Tanken, falls Ihr Vertrag es verlangt. Wenn Sie umgekehrt mit dem eigenen Auto zum Flughafen kommen und es dort stehen lassen möchten, hilft Ihnen mein Vergleich der Parkhäuser am Flughafen Frankfurt bei der Wahl.

Mit dem Auto durch Deutschland: Autobahn, Umweltplakette, Maut

Für viele internationale Gäste ist das Wichtigste: Pkw fahren auf deutschen Autobahnen mautfrei. Es gibt keine Vignette wie in Österreich oder der Schweiz, kein Ticket, keine Registrierung – Sie fahren einfach los. Die deutsche Maut betrifft ausschließlich Lkw und Busse über 3,5 Tonnen. Nur einzelne private Tunnel oder Brücken kosten Gebühr. Wenn Sie allerdings von Frankfurt aus weiter nach Österreich oder in die Schweiz fahren, brauchen Sie dort sehr wohl eine Vignette – kaufen Sie die rechtzeitig vor der Grenze. Was dabei für Ihre Route zusammenkommt, lässt sich mit einem Rechner für Vignetten und Streckenmaut in den Nachbarländern vorher überschlagen.

Der zweite wichtige Punkt ist die Umweltplakette. Frankfurt hat wie viele deutsche Städte eine Umweltzone: Nur Fahrzeuge mit grüner Plakette dürfen hinein. Die Zone umfasst rund 110 Quadratkilometer und liegt grob innerhalb des Autobahnrings (A5 im Westen, A3 im Süden, A661 im Osten und Norden) – also praktisch die ganze Innenstadt. Wer ohne gültige Plakette hineinfährt, riskiert 100 Euro Bußgeld. Die gute Nachricht: Mietwagen deutscher Vermieter tragen fast immer schon die grüne Plakette, weil die Flotten neu genug sind. Werfen Sie trotzdem beim Abholen kurz einen Blick auf die Scheibe.

Zum Fahrstil noch zwei Sätze, weil sich um die Autobahn Mythen ranken: Es gibt Abschnitte ohne generelles Tempolimit, aber die Richtgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h, und in Baustellen, an Auffahrten und in Ballungsräumen gilt sehr wohl Tempo. Gefahren wird rechts, überholt links, und das Rechtsfahrgebot wird ernst genommen. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger bei null.

Lohnt sich der Mietwagen für Sie?

Jetzt die ehrliche Einordnung als Einheimische. Wenn Sie in Frankfurt bleiben, brauchen Sie kein Auto. Die Innenstadt ist verkehrsberuhigt, Parken ist teuer, und vom Flughafen bringt Sie die S-Bahn (S8/S9) in gut 15 Minuten für rund sieben Euro mitten ins Zentrum. Ein Mietwagen wäre hier nur ein teurer Klotz am Bein – welche Wege es vom Flughafen in die Stadt gibt und was sie kosten, habe ich im Vergleich Flughafen–Zentrum zusammengestellt.

Richtig sinnvoll wird der Mietwagen dagegen, sobald Sie die Region erkunden wollen. Der Rheingau mit seinen Weinorten, das Taunusgebirge, die Bergstraße, Heidelberg, Würzburg oder ein Abstecher an den Rhein sind mit dem Auto ungleich flexibler als mit Bus und Bahn – und ab dem Flughafen sind Sie in Minuten auf der Autobahn, ohne den Stadtverkehr. Wohin es sich lohnt, lesen Sie in meiner Übersicht der Ausflugsziele rund um Frankfurt. Auch wer mit viel Gepäck, zu mehreren oder mit Kindern reist und mehrere Stationen ansteuert, ist im eigenen Wagen oft entspannter unterwegs.

Kurz gesagt: Am Flughafen Frankfurt ein Auto zu mieten ist einfach, sobald Sie das Terminal-2-Missverständnis vermeiden. Halten Sie sich an das Car Rental Center in Halle A (Terminal 1) oder an Terminal 3, buchen Sie vorab, bringen Sie Kreditkarte und – außerhalb der EU – den internationalen Führerschein mit, und lesen Sie Tankregelung und Selbstbeteiligung genau. Dann steht dem Start in Richtung Rheingau nichts im Weg. Und wenn Sie ohnehin nur in die Stadt wollen: Sparen Sie sich Geld und Nerven und nehmen Sie die Bahn.

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