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Flughafen & Anreise

Flughafen Frankfurt Terminal 3: Airlines & Anbindung

Im April 2026 im Süden des Flughafens eröffnet, hat Terminal 3 die Airlines des geschlossenen Terminal 2 übernommen. Was Sie zu Airlines, Flugsteigen und Anreise wissen müssen – und wie viel Zeit Sie fürs Umsteigen einplanen sollten.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
19. Juni 2026 akt. 2. August 2026
Modernes Terminalgebäude am Frankfurter Flughafen

Frankfurt hat 2026 ein neues Kapitel aufgeschlagen – zumindest am Flughafen. Am 23. April 2026 nahm im Süden des Geländes ein komplett neu gebautes Terminal den Betrieb auf: Terminal 3. Ich bin in den ersten Wochen mehrfach dort gewesen, teils als Abfliegende, teils aus purer Neugier, und kann Ihnen sagen: Wer den Frankfurter Flughafen bisher nur als das enge, in die Jahre gekommene Terminal 2 kannte, wird Terminal 3 kaum wiedererkennen. Auf den folgenden Zeilen erfahren Sie, warum es dieses Terminal gibt, welche Airlines hier abfliegen, wie das Gebäude aufgebaut ist und – der wichtigste Teil für die Praxis – wie Sie zuverlässig hin- und wieder wegkommen.

Ein neues Terminal im Süden – und warum es gebraucht wird

Terminal 3 liegt nicht dort, wo Sie den Flughafen wahrscheinlich im Kopf haben. Während Terminal 1 und das alte Terminal 2 im Norden zwischen den Startbahnen liegen, wurde Terminal 3 südlich der Pisten auf zuvor ungenutztem Gelände neu errichtet – ein eigenständiger Gebäudekomplex mit eigener Zufahrt von der Autobahn A5. Es ist das größte Bauprojekt in der Geschichte des Flughafens, geplant und gebaut über mehr als ein Jahrzehnt.

Der Anlass für die Inbetriebnahme ist zugleich das Ende eines anderen Terminals: Das alte Terminal 2 ging am 9. Juni 2026 für eine mehrjährige Generalsanierung vom Netz. Damit die dort beheimateten Airlines nicht in der Luft hängen, zogen zwischen dem 23. April und dem 9. Juni 2026 in vier Wellen insgesamt 57 Fluggesellschaften von Terminal 2 nach Terminal 3 um. Wenn Sie also bisher „immer von Terminal 2” geflogen sind, ist Ihr neues Zuhause am Flughafen jetzt Terminal 3. Was aus dem alten Gebäude wird und welche Wege dort noch offen sind, habe ich Ihnen im Beitrag zum geschlossenen Terminal 2 zusammengetragen.

Zunächst ist Terminal 3 auf bis zu 19 Millionen Passagiere im Jahr ausgelegt – und damit von Beginn an größer, als Terminal 2 es je war. Wichtig ist das Wörtchen „zunächst”: Das Terminal ist bewusst so geplant, dass es mitwachsen kann. Die Flugsteige lassen sich verlängern, weitere Bauabschnitte sind vorgesehen, und langfristig soll die Kapazität deutlich über die heutigen 19 Millionen hinauswachsen. Sie besuchen also gewissermaßen die erste Ausbaustufe eines Terminals, das noch nicht fertig gedacht ist.

Wie das Terminal aufgebaut ist: Marktplatz und drei Flugsteige

Entworfen hat Terminal 3 das renommierte Architekturbüro Foster + Partners, für die bauliche Umsetzung stand der Frankfurter Architekt Christoph Mäckler mit im Boot. Das merkt man: Das Gebäude ist hell, großzügig und viel freundlicher, als man es von einem Flughafen erwartet. Herzstück ist ein zentraler „Marktplatz” unter einer markant geschwungenen Decke – von hier aus verteilen sich Passagiere in die drei Flugsteige. Rund um diesen Marktplatz gruppieren sich Gastronomie und Geschäfte auf mehreren tausend Quadratmetern, mit über 60 Läden und Restaurants.

Für die Orientierung entscheidend sind die drei Flugsteige G, H und J:

  • Flugsteig G und Flugsteig H bedienen den innereuropäischen Schengen-Verkehr – also Flüge, bei denen Sie keine Passkontrolle durchlaufen.
  • Flugsteig J ist mit rund 600 Metern der längste Flugsteig und der Nicht-Schengen-Bereich für interkontinentale Flüge, über drei Ebenen und mit den meisten gebäudenahen Standplätzen.

Zusammen bieten die Flugsteige mehr als zwei Dutzend gebäudenahe Flugzeugpositionen und rund 41 Fluggastbrücken – Sie steigen also überwiegend trocken und ohne Bus zum Vorfeld ein. Auf Ihrer Bordkarte steht der Buchstabe Ihres Gates: G, H oder J. Dieser Buchstabe ist am Flughafen Ihre wichtigste Orientierung, wichtiger als jede Wegweisung.

Welche Airlines jetzt in Terminal 3 abfliegen

Die Grundregel lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Lufthansa und ihre Star-Alliance-Partner bleiben in Terminal 1 – fast alles andere finden Sie in Terminal 3. Konkret betrifft das drei große Gruppen.

Die Golf- und Nahost-Airlines sind komplett hier: Emirates, Etihad Airways, Qatar Airways, Gulf Air, Oman Air, Kuwait Airways und Saudia. Die Allianz SkyTeam hat Terminal 3 sogar zu ihrer Frankfurter Heimat gemacht und dort eine eigene Lounge eröffnet – dazu gehören Air France, KLM, Delta Air Lines, Korean Air, China Airlines, China Eastern, Vietnam Airlines und Middle East Airlines. Und auch die oneworld-Gesellschaften sind umgezogen: British Airways, Cathay Pacific, American Airlines und Japan Airlines (Qatar Airways zählt ebenfalls zu oneworld).

Hinzu kommen die Billigflieger wie Ryanair, easyJet und Wizz Air, die ebenfalls von Terminal 3 abfliegen. Eine Ausnahme unter den großen Namen ist Condor: Die Ferienairline bleibt vorerst in Terminal 1 und wechselt erst im Sommer 2027 nach Terminal 3.

Mein wichtigster Rat lautet deshalb: Verlassen Sie sich nicht auf alte Gewohnheiten. Schauen Sie vor der Fahrt zum Flughafen auf Ihr Ticket oder in die App Ihrer Airline, von welchem Terminal Ihr Flug wirklich geht. Gerade Vielflieger, die jahrelang automatisch Richtung Terminal 2 gefahren sind, landen sonst am falschen Ende des Flughafens.

Check-in und Sicherheitskontrolle

Der Check-in ist in Terminal 3 spürbar moderner organisiert. Sie können am Automaten selbst einchecken, Ihr Gepäck an einem Fast Bag Drop aufgeben oder gleich online einchecken und den Gepäckanhänger zu Hause ausdrucken. Wer nur mit Handgepäck reist, kann so an den klassischen Schaltern komplett vorbeigehen.

Auch die Sicherheitskontrolle ist auf dem neuesten Stand. Terminal 3 hat 21 Kontrollspuren mit modernen CT-Scannern. Der große Vorteil für Sie: Flüssigkeiten dürfen in vielen Fällen im Handgepäck bleiben – der lästige Zip-Beutel entfällt oft –, und auch Laptop und Tablet müssen Sie in der Regel nicht mehr aus der Tasche nehmen. Das beschleunigt die Kontrolle deutlich, gerade zu Stoßzeiten. Für das Gepäck sorgt im Hintergrund eine rund elf Kilometer lange Förderanlage; in der Ankunft warten Sie an einer von mehreren großen Gepäckausgaben.

So kommen Sie hin – und wieder weg

Weil Terminal 3 abseits der bekannten Terminals liegt, ist die Anbindung der Punkt, an dem die meisten Reisenden ins Grübeln geraten. Hier die Optionen im Überblick.

Sky Line (die entspannteste Variante): Für Terminal 3 wurde die fahrerlose Hochbahn um eine rund 5,6 Kilometer lange Strecke verlängert. Sie verbindet Terminal 3 direkt mit Terminal 1 und – ganz entscheidend – mit den Bahnhöfen am Flughafen. Die Fahrt dauert knapp acht Minuten, die Züge fahren tagsüber alle zwei bis drei Minuten und sind kostenlos. Betriebszeit ist etwa von 4 bis 23 Uhr; außerhalb dieser Zeiten übernehmen Shuttlebusse. In den ersten Betriebswochen kam es gelegentlich zu Störungen, bei denen Ersatzbusse einspringen mussten – planen Sie also einen Puffer ein und rechnen Sie im Zweifel eher mit zehn als mit acht Minuten. Wie die Bahn funktioniert und wo Sie zusteigen, erkläre ich ausführlich im Beitrag zur Sky Line.

Mit der Bahn: Terminal 3 hat keinen eigenen Bahnhof. Der Regionalbahnhof (für S-Bahnen wie die S8 und S9) und der Fernbahnhof (für ICE und Intercity) liegen beide an Terminal 1. Wenn Sie mit dem Zug anreisen, steigen Sie dort aus und nehmen anschließend die Sky Line hinüber nach Terminal 3. Rechnen Sie diesen Umweg von Anfang an in Ihre Reisezeit ein. Wie die einzelnen Wege und Ebenen zusammenhängen, zeigt der Lageplan aller Terminals.

Mit dem Auto: Terminal 3 ist direkt an die A5 angebunden und hat eine eigene Vorfahrt zum Absetzen direkt vor dem Gebäude. Daneben steht ein neues Parkhaus mit rund 8.500 Stellplätzen auf acht Ebenen, inklusive E-Ladeplätzen und Fahrradstellplätzen. Für Parken ohne Reservierung steuern Sie die Einfahrt P11 an. Ob sich Vorbuchen lohnt und wie die Preise im Vergleich zu den nördlichen Parkhäusern liegen, habe ich im Parkhaus-Vergleich gegenübergestellt.

Mit dem Bus: Auf der Ankunftsebene gibt es einen eigenen Busbahnhof mit Regional- und Fernbusverbindungen, unter anderem ins Umland nach Darmstadt, Groß-Gerau und Walldorf sowie mit Linien des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV).

Umsteigen zwischen Terminal 1 und Terminal 3

Der Fall, der die meiste Aufmerksamkeit verdient, ist das Umsteigen zwischen den Terminals – etwa wenn Sie mit Lufthansa in Terminal 1 ankommen und mit einer SkyTeam- oder oneworld-Airline in Terminal 3 weiterfliegen (oder umgekehrt). Beide Terminals sind über die Sky Line verbunden, aber unterschätzen Sie den Weg nicht: Zwischen Aussteigen, dem Weg zur Sky Line, der Fahrt, einer möglichen erneuten Sicherheits- und gegebenenfalls Passkontrolle sowie dem Weg zum neuen Gate kommen schnell 45 Minuten und mehr zusammen.

Ein paar Hinweise dazu:

  • Großzügig kalkulieren: Wenn Sie das Umsteigen selbst organisieren, würde ich zwischen Terminal 1 und Terminal 3 nie unter 90 Minuten planen, bei interkontinentalen Anschlüssen lieber mehr.
  • Gepäck klären: Prüfen Sie, ob Ihr Koffer durchgecheckt ist oder ob Sie ihn abholen und neu aufgeben müssen – bei Airline- oder Allianzwechseln ist das nicht selbstverständlich.
  • Der Beschilderung folgen: Die Wege zur Sky Line sind gut ausgeschildert; im Zweifel hilft ein Infoschalter weiter.

Was ich Ihnen für den Abflugtag rate

Terminal 3 ist kein Grund zur Sorge, sondern der angenehmste Ort, von dem man in Frankfurt derzeit fliegen kann – hell, modern und mit spürbar kürzeren Wartezeiten an der Kontrolle. Es ist vor allem eine Umgewöhnung, keine Verschlechterung. Merken Sie sich für einen entspannten Start zwei Dinge: Prüfen Sie vorab, dass Ihr Flug wirklich ab Terminal 3 geht, und planen Sie für die Sky Line zwischen Bahnhof beziehungsweise Terminal 1 und Terminal 3 immer ein paar Minuten extra ein. Wer beides beherzigt, kommt entspannt an – und hat vielleicht sogar noch Zeit, den neuen Marktplatz zu genießen, bevor es zum Gate geht.

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