Frankfurt Guide
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Sehenswürdigkeiten

Feste und Veranstaltungen in Frankfurt: der Kalender durchs Jahr

Frankfurt feiert das ganze Jahr, aber nach festen Regeln: Wann welches Fest fällt, welche Termine jedes Jahr wandern und welche Sie sich ein für alle Mal merken können.

Katharina Vogt
Katharina Vogt
17. September 2026
Magenta beleuchtetes Riesenrad dreht sich nachts über einer Straße mit Lichterketten in den Bäumen und Lichtspuren des Verkehrs
Foto: Vish Pix / Pexels

Fragen Sie einen Frankfurter, wann er Urlaub nimmt, und er nennt Ihnen vermutlich kein Datum, sondern ein Fest. Der Dienstag nach Pfingsten gehört dem Stadtwald. Das letzte Augustwochenende gehört dem Mainufer. Und Ende November fängt am Römerberg wieder der Winter an. Diese Stadt ordnet ihr Jahr weniger nach Monaten als nach Anlässen – und das ist praktisch für Ihre Reiseplanung, denn die meisten dieser Termine folgen einer Regel und nicht dem Zufall. Was folgt, ist mein Durchgang durch das Frankfurter Festjahr, von der ersten Achterbahn im Frühjahr bis zum letzten Glühwein im Dezember: mit den Daten, die ich belegen kann, und den Faustregeln für alle Jahre danach.

Dippemess Frankfurt: das Volksfest, das zweimal im Jahr kommt

Das größte Volksfest der Stadt trägt einen Namen, der nichts mit Fahrgeschäften zu tun hat. „Dippe“ ist das Frankfurter Wort für Topf, und der Ursprung liegt im 14. Jahrhundert, als Hafner aus der Wetterau ihre grau-blau salzglasierten Steinzeugkrüge – die Vorfahren des Bembels – auf den Frühjahrs- und Herbstmärkten der Stadt verkauften. Das Töpferhandwerk ist längst Nebensache, der Rhythmus aber geblieben: Die Dippemess kommt zweimal, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Seit 1968 steht sie auf dem Festplatz am Ratsweg im Frankfurter Osten, direkt neben der Eissporthalle.

Die Frühjahrsausgabe ist die längere und für mich die schönere, weil sie die erste Gelegenheit des Jahres ist, abends wieder draußen zu sitzen: 2026 lief sie vom 27. März bis zum 19. April. Die Herbst-Dippemess ist kompakter und fiel 2026 auf den 11. bis 27. September. Beide Termine verschieben sich von Jahr zu Jahr um ein paar Tage, die Größenordnung bleibt aber verlässlich – rund drei bis vier Wochen im Frühjahr, gut zwei Wochen im September.

Fahren Sie öffentlich hin; das ist hier keine Empfehlung, sondern die einzige vernünftige Option. Die Haltestelle heißt „Eissporthalle/Festplatz“ und wird von der U7, der Straßenbahnlinie 12 sowie den Buslinien 38 und 103 bedient, an Festtagen bis nach Mitternacht. Wie die Frankfurter Tarifzonen und Tageskarten funktionieren, habe ich in meinem Überblick zum Nahverkehr in Frankfurt aufgeschrieben – an Festabenden rechnet sich die Tageskarte fast immer.

Nacht der Museen: ein Ticket, über 60 Häuser

Der erste große Kulturtermin des Jahres ist ein einzelner Samstagabend im Frühjahr. Die Nacht der Museen öffnet von 19 bis 2 Uhr früh über 60 Museen, Galerien und Ausstellungsorte in Frankfurt und Offenbach, und ein Ticket gilt für alle – 17 Euro, ermäßigt 12 Euro (Stand 2026), inklusive der Fahrten mit RMV und Shuttlebussen. 2026 fiel sie auf Samstag, den 25. April; 2025 lag sie noch am 10. Mai. Der Termin wandert also innerhalb des Frühjahrs und ist die eine Frankfurter Größe, die Sie jedes Jahr neu nachschlagen müssen.

Nehmen Sie sich drei Häuser vor, nicht zehn. Wer das gesamte Museumsufer in einer Nacht abhaken will, steht am Ende vor allem in Schlangen.

Luminale Frankfurt: was aus dem Lichtfestival geworden ist

Nach der Luminale fragen Besucher besonders oft, und hier muss ich ehrlich statt vollständig sein. Das Festival für Lichtkunst und Stadtgestaltung startete 2002 als Begleitprogramm zur Fachmesse Light + Building und fand seither im Zweijahresrhythmus statt – zuletzt nachweislich 2018. Die Ausgabe 2020 wurde am 12. März kurzfristig abgesagt, für 2022 und 2024 kam keine zustande.

Die Light + Building lief 2026 vom 8. bis 13. März in Frankfurt. Ob parallel dazu eine Luminale stattfand, konnte ich zum Zeitpunkt dieses Textes (September 2026) nicht belegen; eine offizielle Ankündigung einer neuen Ausgabe habe ich nicht gefunden. Planen Sie also keine Reise um die Luminale herum, ohne beim Veranstalter nachzusehen, ob sie wirklich wieder im Kalender steht. Falls sie zurückkehrt, dann vermutlich im März eines geraden Jahres, gemeinsam mit der Messe – daran hat sich das Festival immer orientiert.

Wäldchestag: Frankfurts inoffizieller Feiertag

Und hier kommt der Termin, den Sie sich ein für alle Mal merken können: Wäldchestag ist der Dienstag nach Pfingsten. Kein Jahr macht davon eine Ausnahme. 2026 war das der 26. Mai, 2027 ist es der 18. Mai. Das Fest selbst beginnt jeweils am Freitag davor und läuft bis Dienstag durch – 2027 also vom 14. bis 18. Mai.

Gefeiert wird im Stadtwald am Oberforsthaus (Am Oberforsthaus 1, 60528 Frankfurt), zwischen Fahrgeschäften, Festzelten und Waldwirtschaften, und der Eintritt kostet nichts. Woher die Tradition kommt, ist erstaunlich unklar: Eine Deutung verweist auf die Pfingstumzüge der Zünfte, deren Verwaltungsjahr bis 1729 am 1. Mai begann, eine andere auf den Viehaustrieb nach Pfingsten – der Straßenname Pfingstweide ist schon um 1300 belegt. Sicher ist, dass Friedrich Stoltze den Tag 1853 in einem Gedicht festhielt und dass die Frankfurter ihn seither gern ihren Nationalfeiertag nennen, halb im Scherz und halb nicht. Viele Betriebe geben ihren Leuten am Dienstagnachmittag frei; wer das nicht tut, bekommt es in der Kaffeeküche zu hören.

Zum Oberforsthaus fahren die Straßenbahnlinien 20 und 21 sowie die Buslinien 61, 78 und 80 – bei gutem Wetter ist der Fußweg durch den Wald aber das Schönste am ganzen Tag.

Mainfest: Fischerstechen und Feuerwerk am Mainkai

Am Übergang von Juli zu August zieht sich das Mainfest vier Tage lang vom Römerberg über das Fahrtor bis an den Mainkai – Freitag bis Montag, was in Frankfurt ungewöhnlich ist und dem Fest seinen gemächlichen Charakter gibt. 2026 war das der 31. Juli bis 3. August, 2027 wird es der 30. Juli bis 2. August. Geöffnet ist freitags und samstags von 12 bis 1 Uhr, sonntags und montags von 12 bis 24 Uhr; der Eintritt ist frei.

Die Wurzeln reichen bis 1340 zurück, als sich rund um die Weihe der Dreikönigskirche das Fest der Fischer- und Schifferzunft etablierte. Genau daraus stammt der Programmpunkt, für den ich jedes Jahr wiederkomme: das Fischerstechen am Sonntag um 12 Uhr. Zweiunddreißig Teilnehmer in historischen Kostümen stehen dabei auf schwankenden Booten und versuchen, einander mit langen Stangen ins Wasser zu befördern, im K.-o.-System bis hinauf zum Dreikönigspokal. Das ist albern, laut und großartig, und die besten Plätze am Geländer sind eine halbe Stunde vorher weg. Den Schlusspunkt setzt am Montag um 22 Uhr das Feuerwerk über dem Main. Ans Fahrtor kommen Sie mit der U4 oder U5 bis Dom/Römer oder mit den Straßenbahnlinien 11, 12 und 14 bis Römer/Paulskirche.

Sommerwerft und Apfelweinfest: die Wochen dazwischen

Der Hochsommer gehört zwei sehr unterschiedlichen Festen. Die Sommerwerft verwandelt die Weseler Werft am nördlichen Mainufer für gut zwei Wochen in ein internationales Festival für Theater, Tanz, Performance und Musik – 2026 vom 24. Juli bis 9. August, in der 25. Ausgabe, mit rund 200 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen unter dem Motto „The Ocean starts in Frankfurt“. Der Eintritt ist frei; getragen wird das Ganze von Spenden und öffentlicher Förderung. Man kommt abends vorbei, setzt sich ins Gras, sieht ein Stück, das man nie gebucht hätte, und bleibt länger als geplant.

Das Frankfurter Apfelweinfest ist der klassischere Gegenpol: zehn Tage auf dem Roßmarkt mitten in der Innenstadt, 2026 vom 7. bis 16. August, 2027 vom 6. bis 15. August. Elf Keltereien schenken dort aus, darunter Possmann, Nöll, Rapp’s, Höhl, Stier und Trageser; dazu kommen geführte Verkostungen in eigens gefertigten Mini-Gerippten und die üblichen Verdächtigen auf dem Teller, von Handkäs bis Grüne Soße. Geöffnet ist freitags und samstags von 12 bis 24 Uhr, sonntags bis donnerstags von 12 bis 23 Uhr, der Eintritt ist frei, nächste Station Hauptwache. Wenn Sie danach Lust bekommen, den Stoff dort zu trinken, wo er hingehört, führt mein Beitrag über Sachsenhausen mit Äppelwoi, Grüner Soße und Museen in die richtigen Wirtschaften.

Museumsuferfest: das letzte Augustwochenende

Kein anderes Fest nimmt die Stadt so vollständig ein. Das Museumsuferfest findet jedes Jahr am letzten Augustwochenende statt – 2026 vom 28. bis 30. August – und zieht sich über drei Tage an beiden Mainufern entlang, mit zwölf Bühnen, über 500 Einzelveranstaltungen und rund einer Million Besuchern im Jahr.

Der praktische Schlüssel ist der Museumsuferfest-Button: 7 Euro einmalig (Stand 2026), und damit kommen Sie das ganze Wochenende in alle teilnehmenden Häuser. Geöffnet ist freitags ab 15 Uhr bis 1 Uhr nachts, samstags von 11 bis 1 Uhr und sonntags von 11 bis 24 Uhr; am Sonntag um 22 Uhr steht das Musikfeuerwerk über dem Main am Ende. Gehen Sie am Freitagnachmittag hin: Zwischen 15 und 18 Uhr sind die Museen noch fast leer, die Bühnen fangen gerade erst an, und Sie erwischen genau die Stunden, in denen dieses Fest noch ein Museumsfest ist und kein Menschenstrom.

Herbst: Buchmesse, Marathon und die zweite Dippemess

Der Oktober ist geschäftiger, als der Monat vermuten lässt. Die Frankfurter Buchmesse läuft 2026 vom 7. bis 11. Oktober, Ehrengast ist Tschechien. Der Rhythmus – fünf Tage, die ersten beiden nur für Fachbesucher, ab Freitag fürs Publikum – ist seit Jahren stabil, und die Stadt merkt es: Die Hotelpreise ziehen spürbar an, und in den Kneipen wird über Bücher gestritten.

Gut drei Wochen später gehört die Stadt den Läufern. Der Mainova Frankfurt Marathon startete 2026 am Sonntag, dem 25. Oktober, um 10 Uhr an der Friedrich-Ebert-Anlage; ins Ziel geht es über den roten Teppich in die Festhalle – der vielleicht schönste Zieleinlauf im deutschen Straßenlauf. Rechnen Sie am Vormittag mit weiträumigen Sperrungen in der Innenstadt und in Sachsenhausen. Und dazwischen liegt die Herbst-Dippemess am Ratsweg.

Weihnachtsmarkt und Silvester: das Jahresende

Das Jahr endet dort, wo die meisten Besucher es beginnen würden: am Römerberg. Der Frankfurter Weihnachtsmarkt startet traditionell in der Woche vor dem ersten Advent und schließt immer am 22. Dezember – an Heiligabend ist kein Budenzauber mehr, was jedes Jahr Reisende überrascht, die zu spät anreisen. Danach bleibt die Silvesternacht am Mainufer: laut, voll und mit der Skyline im Rücken.

Anreise, Parken und Übernachten an Festwochenenden

Drei Dinge sind an großen Festwochenenden anders als sonst. Erstens die Anreise: Wer zum Museumsuferfest oder zur Buchmesse einfliegt, landet an einem Flughafen, der sich 2026 selbst umgebaut hat – Terminal 3 ist neu, Terminal 2 geschlossen. Bevor Sie einen knappen Anschluss planen, hilft ein Blick darauf, wie die Frankfurter Terminals inzwischen zusammenhängen.

Zweitens das Auto. An Festwochenenden ist die Innenstadt in weiten Teilen gesperrt, und die verbliebenen Parkhäuser sind früh voll und teuer; ein vorheriger Blick auf Lagen und Preise der Innenstadt-Parkhäuser erspart die Runde im Kreis. Wer als Tagesgast aus dem Umland kommt, kann sich Fahrzeit und Entfernung vorab in einer Streckenübersicht rund um Frankfurt ansehen – an diesen Tagen ist die Bahn oft schlicht schneller. Und wenn Sie spätabends vom Mainkai zurück ins Hotel wollen, während die U-Bahnen dünner werden, ist gut zu wissen, was eine Taxifahrt in Frankfurt realistisch kostet.

Drittens das Bett. Buchmessenwoche und Museumsuferfest sind die Termine, an denen die Frankfurter Hotelpreise ins Absurde kippen – buchen Sie Monate im Voraus oder weichen Sie nach Offenbach, Hanau oder in den Rheingau aus; die S-Bahn holt den Umweg locker wieder rein.

Wenn Sie nur einmal kommen können und mich fragen, wann: Ende August. Dann liegt das Museumsuferfest an, der Main ist warm, die Biergärten sind offen, und die Stadt zeigt sich von der Seite, die sie im Februar gern versteckt. Wer lieber Frankfurter unter Frankfurtern erleben will, nimmt stattdessen den Dienstag nach Pfingsten und fährt mit der 21 hinaus zum Oberforsthaus.

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